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Microsoft streitet um Linux-Programmcode

23. Mai 2003 10:38
Microsoft hat umstrittene Patente einer kleinen US-Firma anerkannt. Der Streit um deren Urheberschaft bedroht das Betriebssystem Linux.

Die ehemals zum Open-Source-Bereich zählenden Software-Firma SCO (vormals Caldera) versucht derzeit zu beweisen, dass ihm gehörender Programmcode in Linux steckt - in Form von Elementen des alten Profibetriebssystems Unix, an dem SCO 1995 vom Software-Hersteller Novell wichtige Rechte erwarb. Die Klage hatte bislang keinen Erfolg. Mitte des Monats Mai wurden die Patente der Firma alleridngs durch Microsoft anerkannt. Der Fall bekommt dadurch eine neue Dimension.

IBM-Milliardenklage

Zuvor hatte SCO die Firma IBM auf eine Milliarde Dollar verklagt, weil der IT-Konzern SCOs Unix-Patente bei seinen Linux-Aktivitäten verwendet haben soll, ohne dafür zu zahlen. Die Klage wurde als unbegründet aufgefasst - SCOs Motivation sei mehr in seiner angeschlagenen Finanzlage zu suchen, hieß es.

Neue Glaubwürdigkeit

Mehr in der Netzeitung:
Mit dem Einstieg Microsofts in den Fall SCO bekommen die Aktionen der Firma nun neues Gewicht. Unklar ist, warum eine Firma wie SCO klagt, die zuvor unter dem Namen Caldera eine eigene Linux-Distribution herausbrachte. Die Gründe für den Kleinkrieg sind wohl einzig und allein im Geld zu suchen, meinen Beobachter: Gewinnt SCO, wäre das Unternehmen mit einem Schlag seine Finanzsorgen los.

Szene verteidigt sich

Mehr im Internet:
Eric S. Raymond, einer der Gründerväter der Open-Source-Szene und Unix-Spezialist, stellte in einem langen Positionspapier für die «Open Source Initiative» (OSI) klar, dass SCOs Anschuldigungen nicht haltbar sind. r stellt unter anderem die historische Entwicklung von Unix dar. Unklar ist noch, was Microsoft konkret mit seinem Einstieg in den Fall bezweckt.

Microsoft-Deutschland-Sprecher Thomas Baumgärtner sagte gegenüber Nachrichtenagenturen, der Sinn der Lizenzierung der SCO-Patente läge nur darin, dass man seine Systeme Unix-kompatibler machen wolle. Man müsse intellektuelles Eigentum anerkennen, so der Sprecher, dessen Aussagen sich mit ähnlichen aus dem Microsoft-Hauptquartier decken. SCO ist derweil aus dem deutschen Linux-Verband ausgetreten - sonst wäre die Firma ausgeschlossen worden.

 
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