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Microsoft sichert sich Linux-Bestandteile

20. Mai 2003 10:36
Microsoft hat sich wichtige Patente des Betriebssystemherstellers SCO gesichert. Deren Bestandteile sollen auch in Linux enthalten sein.

Kauft sich Microsoft Linux durch die Hintertür? Diese Frage stellen sich seit dem Wochenende zahlreiche Fans des Open-Source-Betriebssystems, nachdem bekannt wurde, dass der weltweit führende Softwarekonzern wichtige Patente des Unix-Spezialisten SCO lizensiert hat. SCO hatte im März bekannt gegeben, dass zahlreiche Linux-Vertreiber seine Rechte verletzen.

Patente enthalten

Dem Unix-Hersteller SCO zufolge beinhaltet das System Anwendungen von SCO-Patenten, ohne dass dafür eine Lizenzgebühr von den Vertreibern fließt. So soll etwa der IT-Konzern IBM über eine Milliarde Dollar für seine Linux-Anwendungen zahlen, weil er im Rahmen gemeinsamer Entwicklungen SCO-Codes an die Linux-Community «verraten» habe. Linux-Spezialist Suse hatte sich dagegen zuvor mit einer entsprechenden SCO-Lizenz abgesichert.

Quellcodes gesichert

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  • Was genau Microsoft von SCO kauft, sind Rechte an dessen Unix-Technologie inklusive den entsprechenden Quellcodes. Linux-Entwickler sollen diese laut SCO zu großen Teilen übernommen haben - eine Behauptung, die aber sehr umstritten ist. Was Microsoft mit der Lizenz konkret anfangen wird, ist unklar, genauso wenig sind die finanziellen Details des Deals bekannt.

    Wichtig ist laut Beobachtern vor allem, dass ein Vertragspartner wie Microsoft für mehr Glaubwürdigkeit der SCO-Strategie sorgt, alle wichtigen Linux-Firmen zu verklagen, die sich keine SCO-Lizenz sichern.

    Linux als Hauptfeind

    So könnte sich Microsoft zwar Linux nicht «gekauft» haben, die Szene aber in gehörige Aufregung versetzt haben. «Die Verträge, die wir bislang geschlossen haben, sind signifikant», so SCO-Chef Darl McBride laut dem «Wall Street Journal». Eine Microsoft-Sprecherin sagte gegenüber dem Blatt, man wolle mit dem Geschäft keineswegs SCO bei seinem Rechtsstreit aushelfen. Statt dessen wolle man mit seinen Produkten weiterhin Daten mit Unix-Systemen austauschen können. Dies werde mit der neu erworbenen Lizenz jetzt möglich. Microsoft hat Linux kürzlich als einen der Hauptfeinde seiner Geschäftsstrategie im Unternehmensbereich festgelegt.

     
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