07. Mai 2003 10:17
Die Suchmaschine Google gilt als technisches Wunderwerk - wie sie innerlich «tickt», wissen nur die wenigsten. Ein neues Buch verrät, wie man Google «hacken» kann.
Von Ben SchwanEins gleich vorweg: Das Buch «Google Hacks» der Suchmaschinen-Expertin Tara Calishain und des Redakteurs Rael Dornfest ist keine Anleitung für Leute, die Googles Suchergebnisse manipulieren wollen.
Das Fachbuch aus dem renommierten IT-Verlag O'Reilly, das soeben auf Englisch erschienen ist (352 Seiten, 28 Euro), gibt vielmehr «100 industrietaugliche Tipps & Tricks» zur größten Suchmaschinen der Welt.
Und da gibt es auch ohne die Anwendung krimineller Energie einige Möglichkeiten: Das Buch wird gar vom Google-Entwicklerteam offiziell unterstützt, das laut Klappentext «viele Experimente aus diesem Buch auch in seiner Freizeit» durchführt.Vorhang auf also für allerlei bislang unbekannte Google-Hackereien. Für Neulinge in der Internet-Welt sind sie weniger geeignet.
Los geht es bei «Google Hacks» mit der Erläuterung der verschiedenen Suchparameter, die Google bietet. Zuvor erhält man eine Lektion in der Entmystifizierung diverser Klischees: Beispielsweise, dass Google tatsächlich ein realistisches Abbild des Web gibt - dafür sind die im World Wide Web verfügbaren Inhalte viel zu zahlreich.
Das Suchsystem von Google ist weitaus offener, als man annimmt: So existiert eine frei verfügbare Programmierschnittstelle, das so genannte Google API, mit der man direkt auf die Google-Suchtechnik zugreifen kann - wie das genau geht, erklärt «Google Hacks». Ein ganzes Kapitel ist auch den Spezialdiensten gewidmet, die Google in seinem Experimentierbereich «Google Labs» entwickelt.Nicht zuletzt lernt man aus dem Buch, wie man seine Web-Präsenz für die Abdeckung durch die Suchmaschine optimiert. Und als spaßige Abrundung erfährt man im Kapitel «Pranks and Games» über die Spielereien, die im Web mit der Suchmaschine getrieben werden - vom «Google Mirror» bis zum «Google Wacking».
Was dem Buch «Google Hacks» allerdings fehlt, ist ein warnender Hinweis, welche Macht die große Suchmaschine inzwischen hat und welche Auswirkungen das womöglich auf den Datenschutz hat - der «Big Brother Google» kommt nicht vor.