Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Unterwäsche weiterhin ohne Funksender

09. Apr 2003 10:01, ergänzt 10:19
Auch zukünftig ohne Sender
Der Modehersteller Benetton wollte seine Kleidung mit Minisendern ausstatten. Die Firma zog die Pläne jedoch zurück - aus Datenschutzgründen.

Die Idee klingt faszinierend: Mittels Radiofrequenz-Sendern, halb so klein wie ein Fingernagel, die Distribution von Kleidung weltweit überprüfen. Dies hatte der italienische Modehersteller Benetton vor. Die «RFID» genannten Komponenten sollten in die Etiketten von Hosen, Hemden, Blusen und Röcken der Benetton-Marke Sisley integriert werden.

Die Meldung sorgte weltweit für Aufsehen: Es wäre das bislang größte Experiment mit der RFID-Funktechnologie gewesen. Den Minisendern wird eine große Zukunft im Warenverkehr und der Logistik vorausgesagt.

Viele Presseberichte

Mehr in der Netzeitung:
  • High-Tech im Prada-Preisschild 29. Okt 2002 15:00
  • WLAN in der Jacke 05. Jul 2002 07:56
  • Der Computer steht dir gut 11. Dez 2001 10:59, ergänzt 11:06
  • Benetton zog das Projekt nun zurück. Presseberichte über das Vorhaben wurden dementiert. Man habe nie bestritten, die Technik für die Logistik einzusetzen, doch ein Einbau in Modeetiketten sei nie geplant gewesen.

    Bekannt wurde das Minisender-Projekt durch den Zulieferer Philips Semi. Dieser hatte einen Vertrag mit Benetton angekündigt. Eine Verbraucherschutzgruppe rief daraufhin zum Boykott auf, berichtet der IT-Dienst «Wired News». Dies dürfte Benetton bewogen haben, sich den als «Smart Tags» bezeichneten Funksendern zu distanzieren.

    100 Millionen Sender

    Das Projekt hätte außerordentliche Dimensionen gehabt: Bei einer Verwirklichung wären 100 Millionen Kleidungsstücke mit Minisendern ausgestattet worden. Ein Vertreter der Datenschutzorganisation «Electronic Privacy Information Center» sagte, das Benetton-Projekt stelle eine große Gefahr für die Privatsphäre der Kunden dar - zumindest wenn die Sender unbemerkt ausgelesen würden.

    Im Gegensatz zu regulären Barcodes, die heute in fast allen Produkten Verwendung finden, sind die Sender auf Distanz mit Funkantennen auslesbar.

    Ein Traum der Industrie

    Die Chip-Industrie träumt davon, dass die Funksender, die in einfacher Form bereits in Schlüsseln und Keycards eingesetzt werden, bald in jedes Produkt eingebaut werden. Die Sender verschicken eine eindeutige ID-Nummer. Eine Batterie brauchen sie nicht: Die Komponenten funktionieren mittels Induktion.

    «Benetton will Sender in unsere Unterwäsche einbauen», hieß es zynisch im Internet, als die Idee bekannt wurde. Bislang sind jedoch noch nicht genügend RFID-Empfänger verfügbar.

     
    Drucken
    VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
     
    Zu weiteren Bildergalerien
    Zu weiteren Bildergalerien
    Zum Wissenstest

    Alle Wissenstests

    Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
    Zum Tarifrechner
    Live Top 5
    netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
    Immobiliensuche
    Immobilien
    immonet
    Aus anderen Ressorts
    Zur Autogazette

    Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
    NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
    Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
     
    Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
     
    IT & Security by Procado
     
    [ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
    Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.