netzeitung.deDie Börse wartet auf Google

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Google im Web (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Google im Web
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Finanzexperten spekulieren, wann die Suchmaschine Google endlich an die Börse geht. Google selbst spielt diese Möglichkeit herunter: Man habe andere Ziele.

Es soll das große Internet-Aktien-Revival werden: Google, die profitable Suchmaschine, gilt seit Jahren als einer der wichtigsten High-Tech-Börsenkandidaten an der New Yorker Nasdaq.

Nach einem erfolgreichen Börsengang von Google, so denken viele Händler, könnten vielleicht auch andere Internet-Firmen - nun aber die wirtschaftlich tragfähigen - an den Markt gehen. Doch die mächtige Suchmaschine tut der Börsenbranche den Gefallen nicht. Sie wartet ab. Und das führt im Netz im wieder zu Spekulationen.

Es gab Besseres zu tun
Den jüngsten Dämpfer erhielten Google-Fans in der vergangenen Woche. Da sprach Sergey Brin, einer der beiden Gründer der Suchmaschine, auf einer PC-Konferenz in Arizona. Man habe, sagte er, bislang immer besseres zu tun gehabt, als den Börsengang durchzuführen: «Und schließlich hat dann die Faulheit gesiegt.»

Brin hat gut Reden: Google mit inzwischen über 500 Mitarbeitern finanzierte sich mit Risikokapital bis das Unternehmen schließlich aus eigener Kraft überleben konnte. Heute finaziert sich Google zu einem Großteil mit dem Verkauf von Text-Werbung, Such-Dienstleistungen und Technologie-Transfers.

Kaum Zahlen
Weil Google nicht an der Börse gelistet ist, muss das Unternehmen auch seine Zahlen nicht offen legen. Diese sind vom direkten Konkurrenten Overture (Alta Vista, All the Web) bekannt: Overture erwartet 2003 bis zu eine Milliarde Dollar Umsatz.

Laut Brin wäre für Goggle aber ein schneller Börsengang eine «Ablenkung» von den eigentlichen Aufgaben, die er für seine Firma derzeit sieht: Die lägen in Forschung und Entwicklung und letztlich in der Ausbeutung der großen Nutzerzahlen, die die Site Tag für Tag sammelt. Das beginnt bei neuen Shopping-Angeboten und geht über ein neues, weltumspannendes Netzwerk für Textwerbung weit hinaus: In die Strategie der Ausbeutung der Nutzerdaten passt auch der Aufkauf des Netztagebuchdienstes Blogger.

Aufbruchsignal
Die ganze Branche wartet auf Google. Sie sieht in einem Börsengang der Suchmaschine ein Signal des Aufbruchs. Börsenmakler glauben auch nicht, dass die derzeit noch immer schlechten Konditionen für neue Aktien bei der Website eine Rolle spielen würden.

Doch Brin bleibt eisern: Man habe den Börsengang zwar im Blick («Das wird definitiv diskutiert»), wolle aber keinen genauen Termin nennen oder festsetzen. Statt dessen dehnt man lieber sein Partnernetz aus: Sportsline, eine große Sport-Website in Kooperation mit dem US-Fernsehsender CBS, führt die Technik der Suchmaschine auf den eigenen Seiten ein. Es ist nur einer von vielen Medienkunden.


Für das Web ediert von Ben Schwan