Die Börse wartet auf Google
Nach einem erfolgreichen Börsengang von Google, so denken viele Händler, könnten vielleicht auch andere Internet-Firmen - nun aber die wirtschaftlich tragfähigen - an den Markt gehen. Doch die mächtige Suchmaschine tut der Börsenbranche den Gefallen nicht. Sie wartet ab. Und das führt im Netz im wieder zu Spekulationen.
Brin hat gut Reden: Google mit inzwischen über 500 Mitarbeitern finanzierte sich mit Risikokapital bis das Unternehmen schließlich aus eigener Kraft überleben konnte. Heute finaziert sich Google zu einem Großteil mit dem Verkauf von Text-Werbung, Such-Dienstleistungen und Technologie-Transfers.
Laut Brin wäre für Goggle aber ein schneller Börsengang eine «Ablenkung» von den eigentlichen Aufgaben, die er für seine Firma derzeit sieht: Die lägen in Forschung und Entwicklung und letztlich in der Ausbeutung der großen Nutzerzahlen, die die Site Tag für Tag sammelt. Das beginnt bei neuen Shopping-Angeboten und geht über ein neues, weltumspannendes Netzwerk für Textwerbung weit hinaus: In die Strategie der Ausbeutung der Nutzerdaten passt auch der Aufkauf des Netztagebuchdienstes Blogger.
Doch Brin bleibt eisern: Man habe den Börsengang zwar im Blick («Das wird definitiv diskutiert»), wolle aber keinen genauen Termin nennen oder festsetzen. Statt dessen dehnt man lieber sein Partnernetz aus: Sportsline, eine große Sport-Website in Kooperation mit dem US-Fernsehsender CBS, führt die Technik der Suchmaschine auf den eigenen Seiten ein. Es ist nur einer von vielen Medienkunden.
Für das Web ediert von Ben Schwan

