netzeitung.deDer Kampf Overture gegen Google geht weiter

 Herausgeber: netzeitung.de

All the Web soll zur Google Konkurrenz aufgebaut werden (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe All the Web soll zur Google Konkurrenz aufgebaut werden
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Overture hat seine Reichweite erneut ausgedehnt. Nach dem Kauf von Altavista übernimmt er nun den wichtigen norwegischen Suchanbieter Fast und tritt so in Konkurrenz zu Google.

Overture, Vermarkter von Web-Suchergebnissen, wächst weiter. Während bei anderen Internet-Firmen noch immer Arbeitsplätze abgebaut werden, hat der profitable Vermarkter von Web-Suchergebnissen innerhalb nur einer Woche nun schon die zweite Übernahme bekannt gegeben

Overture übernimmt den Web-Suchdienst des norwegischen Suchspezialisten Fast. Dazu gehört unter anderem dessen Suchmaschine Alltheweb, die technisch zu den größten Konkurrenten von Google gehört. 70 Millionen Dollar zahlte Overture in bar an Fast 30 Millionen Dollar sollen in den nächsten drei Jahren investiert werden, falls die Firma aus Oslo bestimmte Geschäftsziele erreicht.

Google-Konkurrenz
Mit dem Schritt dürfte Overture ein ernstzunehmender Konkurrent von Google werden, meinten Branchenbeobachter. Während Google sein Kerngeschäft nach eigenen Angaben immer «in der besten Suchmaschine der Welt» sah und mit Hilfe des so generierten Netzverkehrs Geld mit Werbeeinblendungen verdient, war Overtures Geschäftsmodell bislang vollständig auf die Reklamekunden ausgerichtet.

Deren Werbung wurde anschließend auf großen Portal-Seiten wie MSN oder Lycos geschaltet - besonders clever im so genannten «Pay-per-Click»-Verfahren, das eine transparente Abrechnung ermöglicht, weil nur die tatsächlichen Werbeklicks bezahlt werden.

Direkter Zugang
Auch Google setzt diese Technik ein, die eines der wachstumsstärksten Segmente der Online-Werbung darstellt. Auch für den Nutzer ist sie sinnvoll: Er wird nur noch mit einfachen Links bei seinen Surf-Touren unterbrochen, nicht mehr von großen Bannern. Allerdings erntete Overture bereits Kritik dafür, dass die Reklame-Links nicht klar abgegrenzt waren - sie ließen sich nur schwer von echten Suchergebnissen unterscheiden, die der Nutzer eigentlich erwartet.

Günstig eingekauft
Bislang war Overture vor allem von seinen Partnern, den großen Portalen, abhängig: Mit diesen musste man sich die Umsätze teilen. Mit dem Aufkauf von Altavista und nun auch Fast hat die Firma jetzt einen direkten Zugang zum Web-Kunden - beide Anbieter generieren pro Monat viele Millionen Seitenabrufe über ihre Suchmaschinen. Der Preis für beide Web-Unternehmen war aufgrund der anhaltenden Internet-Krise günstig; Fast kämpfte bis ins vergangene Jahr mit den Finanzen, während Altavista seiner Mutter CMGI zuletzt immer mehr zur Last fiel.

Für das Web ediert von Ben Schwan