05. Feb 2003 10:38
Linux-Fans sind Bastler: Die Anzahl der Plattformen, auf denen Linux läuft, erweitert sich ständig. Jetzt läuft das Open-Source-Programm auch auf Apples MP3-Player.
Eines der Lieblingshobbys der Linux-Gemeinde ist es, das Open-Source-Betriebssystem auf jedes erdenkliche Gerät zu portieren. Dass auch der MP3-Player Ipod von Apple irgendwann einmal dran sein würde, war nur eine Frage der Zeit.Bernard Leach, ein australischer Programmierer, hat es nach eigenen Angaben nun erstmals geschafft, Linux auf Ipod zum Laufen zu bringen. Um die Entwicklung zusammen mit anderen Usern weiter voranzutreiben, hat Leach das «Ipod-Linux»-Projekt gegründet.
Zum Einsatz kommt bei «Linux on Ipod» eine angepasste Version von «Uclinux», einem Spezialsystem für Kleingeräte, denen die so genannte «Memory Management Unit» (MMU) fehlt. Der MP3-Player Ipod besitzt zwar eine solche Speichereinheit, doch diese ist laut «Ipod-Linux»-Macher Leach nicht ausreichend, um ein größeres Linux laufen zu lassen. In dem Gerät selbst läuft ein Hauptprozessor des Anbieters ARM, der in einem bislang nicht offen gelegten Chip-System des Spezialanbieters «Portal Player» sitzt.Es war daher nicht einfach den Apple-MP3-Player «Pinguin-bereit» zu machen: So fehlt dem Gerät etwa eine Fließkommaeinheit, die viele Linux-Programme benötigen. Auch eine Fensteroberfläche können Linux-Fans auf dem tragbaren Gerät nicht erwarten: Nicht nur das Display wäre dafür viel zu klein, auch die Kommandos werden nicht unterstützt.
Der bisher verfügbare «Ipod-Linux»-Code präsentiert sich als äußerst rudimentär: Weder die Firewire-Schnittstelle noch das Scroll-Rad werden genutzt. In der derzeitigen Version eignet sich das System höchstens für Bastler, die allein dann glücklich sind, wenn das Hauptprogramm («Kernel») von Linux läuft.Nutzbar ist die Umsetzung nur für Ipods in der Windows-Version. Mac-User können Linux bislang nicht auf ihrem MP3-Player laufen lassen. Doch Macher Bernard Leach verspricht, dass sich das in den nächsten Wochen und Monaten ändern wird.
Vielleicht wird so aus dem Ipod das, was Apple bereits seit längerem plant: Ein kleiner mobiler Computer, der sich mit allerlei Daten füttern lässt.