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Das Netz debattiert über Columbia-Absturz

04. Feb 2003 11:21, ergänzt 13:44
Shuttle-Blog bei
Seit dem Wochenende füllen sich Weblogs und Homepages mit Diskussionen über die Zukunft der Space-Shuttles. Dabei tauchen Verschwörungstheorien auf.

Bereits Minuten nach Bekanntwerden des Columbia-Absturzes tauchten die ersten Einträge in den Weblogs und Homepages von Privatnutzern auf. Einfach zu bedienende Publishing-Programme ermöglichen es, Nachrichten schnell online zu stellen. Die Community diskutiert vor allem über das Warum - aber auch darüber, ob die Shuttles nicht schlicht aus dem Verkehr gezogen werden müssten, weil sie stark veraltet sind.

«Space Shuttle stoppen»

Mehr in der Netzeitung:
Auf den beiden Haupt-Weblog-Indizes, Daypop und Blogdex, wo die meistverlinkten Webseiten in Weblogs erfasst werden, steht momentan ein Artikel aus dem US-Nachrichtenmagazin «Time» auf Platz 1, der sich äußerst kritisch mit der NASA-Politik auseinandersetzt. «Das Space-Shuttle-Programm muss gestoppt werden», heißt es dort von einem Journalisten, der die Weltraumbehörde schon lange kritisch begleitet.

Dieser Standpunkt wird in den Weblogs heftig debattiert: Ist das Shuttle-Konzept aus den Siebzigerjahren heute noch zeitgemäß oder dient es hauptsächlich dazu, goldene Eier für Zulieferkonzerne zu legen? Raumfahrt-Fanpages wie «Space Flight Now» verteidigen das Shuttle-Programm. Dort werden derzeit auch die offiziellen Trauerfeierlichkeiten begleitet.

Effiziente Info-Verteilung

Weblog-Guru Dave Winer, Erfinder des Netztagebuch-Programmes «Radio», erinnerte die Blogger-Gemeinschaft daran, wie wichtig das Internet inzwischen in Zeiten der Krise geworden sei: «Sobald sich etwas Wichtiges ereignet und ich mich in der Nähe eines Computers befinde, wähle ich mich sofort ins Internet ein.» Er versuche so herauszufinden, wie man Informationen noch schneller und effizienter verteilen kann - und seine Publishing-Programme entsprechend zu verbessern.

Terror und Verschwörung

Mehr im Internet:
Auf anderen Websites kursierten nach dem Absturz der Columbia sofort Verschwörungstheorien: Auch der Hinweis von Experten, dass es sich bei dem Shuttle-Absturz keinesfalls um einen Terroranschlag handeln könne, half da wenig.

Viele Blogger verlinken zurzeit auf einen Artikel aus dem «San Francisco Chronicle», in dem ein anonymer Amateur-Astronom Bilder zeigt, auf denen «helle elektrische Blitze» beim Wiedereintritt der «Columbia» zu sehen sind. «Ich werde nicht spekulieren, was das sein könnte», wird der unbekannte Fotograf zitiert.

 
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