Telefonzellen-Recycling per WLAN
13.01.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Das Resultat ist eine spannende technische Kombination: Drahtloses High-Speed-Internet (WLAN) trifft Telefonzelle.
Von der praktischen Warte her ist der ungewöhnliche Zusammengang nur logisch: Hängen Telefonzellen doch längst am Netz und können per DSL oder Festverbindung ins Internet eingebunden werden. Daran wird die entsprechende WLAN-Basisstation angeschlossen - der dazu benötigte Strom ist ebenfalls vorhanden. Bell Canada hat auf diese Weise laut einem Bericht des US-Magazins «Fortune» schon drei Pilot-Standorte vom Telefonzellen- zum WLAN-Betrieb umgerüstet: In Kingston, Montreal und Toronto.
Bei Cometa Networks, dem bislang größten Versuch einer flächendeckenden WLAN-Vernetzung, der derzeit in den USA abläuft, überlegt man ebenfalls, Telefonzellen einzusetzen. Die seien eine «hervorragende Lösung», meinte Cometa-Chef Larry Brilliant gegenüber der Netzeitung.
In Deutschland versucht momentan T-Mobile, Handy-Tochter der Deutschen Telekom, WLAN auszubauen. Auf die Idee, Münzfernsprecher für die Technik zu nutzen, ist sie allerdings noch nicht gekommen. Bislang will man vor allem Geschäftskunden in Hotels, Flughäfen und Kongresszentren ansprechen.
Der WLAN-Trend hat längst den Mainstream erreicht: Immer mehr ganz normale Laptop-Nutzer kaufen sich die kaum mehr 100 Euro teuren, für die Nutzung der Technologie notwendigen Einsteckkarten.
Bei Telekombetreibern ist WLAN vor allem deshalb so beliebt, weil der Aufbau der entsprechenden Infrastruktur sehr günstig ist. Handy-Netze sind viel teurer.
Für das Web ediert von Ben Schwan

