Blogger-Werbung: «Eine neue Form von Spam»
01.11.2002
Herausgeber: netzeitung.de
Netzeitung: Herr Lane, gibt es die Werbung per Referrer tatsächlich (als Produkt)?
Francois Lane: Ja, ich habe es getan - und andere vor mir, wie ich später gelernt habe. Ich denke aber, dass das immer eine Art von «Underground»-Reklame bleiben wird.
Netzeitung: Wie sind Sie denn bitte auf die Idee gekommen?
Netzeitung: Was wollten Sie damit erreichen?
Lane: Am Anfang hatte ich keinen wirklichen Plan. Ich wollte experimentieren, bevor andere es taten. Derzeit arbeite ich an einer verbesserten Version, die soll dann auch «blogger-freundlich» sein.
Netzeitung: Wie das?
Lane: Genau kann ich Ihnen das noch nicht sagen, weil das Ding noch nicht veröffentlicht ist. Sagen wir mal, dass es helfen wird, diese Form von Werbung zu legitimieren und sie akzeptabler zu machen. Vielleicht mögen sie die Blogger dann sogar.
Netzeitung: Wie funktioniert Ihre Referrer-Werbung denn technisch?
Lane: Wir haben einen Roboter, der einzeln Kontakt zu jedem Weblog aufnimmt und dabei einen Link auf darauf simuliert.
Netzeitung: Wie viele Weblogs decken Sie ab?
Lane: Momentan 56550, ein paar Hundert kommen jeden Tag dazu.
Netzeitung: Ist es nicht eine Art Betrug an den Bloggern, was Sie da tun?
Lane: Ja, natürlich verwirrt es die Leute. Wenn man es aber korrekt macht, wird der Blogger es als «falschen Referrer» interpretieren und das macht ihm dann nichts.
Netzeitung: Haben Sie bereits Werbekunden?
Lane: Es gibt einige interessierte, aber bislang noch keine echten. Vielleicht verlange ich zu viel Geld. (grinst)
Netzeitung: Sind Weblogs wirklich schon so interessant für Reklametreibende?
Lane: Die Methode ist jetzt interessant, weil sie noch sehr gut klappt. Das wird nicht so bleiben, sobald mehr und mehr Leute die gleiche Technik benutzen - und Blogger dann irgendwann anfangen, Werkzeuge zu verwenden, die das System verhindern.
Netzeitung: Als Sie Ihre Methode kürzlich zum ersten Mal ausprobiert haben, erlebten Sie auf eine Welle der Empörung. Ist das, was Sie da tun, nicht eine neue Form des Spamming?
Lane: Natürlich ist es das in einem gewissen Sinne. Aber der meiste Ärger kam ja dadurch, dass die Leute nicht erwarteten, in ihren Referrer-Logdateien Werbung zu entdecken. Ich war ziemlich überrascht, wie gefühlsduselig die zum Teil reagiert haben.
Netzeitung: Werden Werbetreibende Ihre Methode nicht ablehnen, wenn sie doch wissen, dass es eigentlich Spam ist, den sie den Bloggern da vorwerfen?
Die Fragen stellte Ben Schwan.

