29. Okt 2002 15:00
Mit Handheld-Rechnern ausgestattete Verkäufer können bei Prada über das Preisschild eines Kleidungsstücks eine Menge Kunden-Daten abrufen. Datenschützer sehen darin einen Eingriff in die Privatsphäre.
Das Besondere an dem neuen Prada-Store im New Yorker Statdteil SoHo ist weder der runde Glasfahrstuhl, noch der schräg abfallende Holzfußboden, auf dem Schuhe für gut 500 Euro stehen. Und es sind auch nicht die Umkleidekabinen aus flüssigen Kristallplatten, die sich verdunkeln, wenn ein Kunde sie betritt.Was wirklich beeindruckt, ist die innovative Technologie, mit der der 1600-Quadratmeter-Modepalast ausgestattet ist. Die Etiketten der angebotenen Edelklamotten sind mit Produktdaten ausgestattet, die der mit einem Handheld ausgerüstete Verkäufer mitten im Dienst am Kunden abrufen kann.
Viele Händler orientieren sich an der Prada High-Technologie. Doch obwohl die neue Technologie die Arbeit im Geschäft effizienter und das Shoppingerlebnis angenehmer gestalten soll, birgt das Sammeln von Kundeninformationen für viele eine Bedrohung der Privatsphäre. Denn die Händler sind eigentlich rechtlich verpflichtet, die Kunden über die geplante Verwertung der Daten zu informieren.Pressesprecherin Ross entgegnete den Vorwürfen mit den Worten, «man plane nicht, die Informationen nach außen weiterzugeben». Trotzdem kann es für die Kundschaft durchaus nervig sein, wenn der Verkäufer weiß, was der Kunde schon alles gekauft hat und wie viel Geld er auszugeben bereit ist.