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Die Suchmaschine KartOO organisiert die Ergebnisse mehrdimensional. (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die Suchmaschine KartOO organisiert die Ergebnisse mehrdimensional.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Immer mehr Information prasselt auf den modernen Menschen. Neue Ordnungsverfahren sollen das Informationschaos übersichtlicher machen.

Neue Software, die Text-Informationen visuell darstellt, soll für mehr Übersichtlichkeit im Datendschungel sorgen. Eines dieser Visualisierungsprogramme ist «Grokker». Die Software stößt noch vor seinem offiziellen Start auf großes Interesse von Unternehmen und Universitäten, meldet die «New York Times». Gegenwärtig ist das Programm nur in einer Vorversion erhältlich.

Mit dem Erfolg des World Wide Web Mitte der 90er-Jahre wurde ein Problem immer dringlicher: Es gibt zu viel Informationen. Der einzelne Nutzer kann die Masse an Daten nicht mehr überblicken. Selbst die eigene Festplatte wird schnell zum Heuhaufen – zwischen heruntergeladenen Musikdateien, Webseiten und eigenen Texten geht oft die Übersicht verloren.

Der Mensch ist ein visuelles Wesen
Suchmaschinen ordnen zwar die Informationsflut, die Darstellung der Ergebnisse lässt aber noch zu wünschen übrig. Lange Listen von Links mit nur spärlichen Angaben - was sich dahinter verbirgt, muss manuell durchgesehen und auf Relevanz geprüft werden.

Mit dem neuen Programm «Grokker» lassen sich intuitiv navigierbare Karten von Informationsquellen und Suchanfragen ablegen. Suchanfragen können gespeichert und mit verwandten Informationen verknüpft werden. Die Ergebnisse lassen sich mit denen anderer Personen verknüpfen. Grokker benutzt sogenannte Metadaten, um die Dokumente zu ordnen. Das sind Informationen über den Inhalt, die mit den Dateien angelegt werden.

Paul Hawken, Leiter der Softwarefirma «Groxis», die Grokker herstellt, ist mit seinen Büchern über Öko-Kapitalismus bekannt geworden. «Die Computerwelt war immer alphanumerisch, die Menschen aber nehmen Dinge visuell wahr», meint Hawken zur «New York Times». Bei der Arbeit an seinem neuen Buch hat er über vier Millionen Verweise mit seiner Software verwaltet. «Ich habe noch nie so viele Informationen für ein Buch benutzt. Es hat funktioniert.»

Die Meisten bleiben bei Listen
Die Entwicklung in diesem Bereich befindet sich noch in den Kinderschuhen, obwohl das Problem schon seit längerem bekannt ist. Außer Grokker versuchen sich auch andere Produkte an der Organisation des Informationsflut. Tim Bray, einer der Entwickler der Dokumentenbeschreibungssprache XML, bringt «Visual Net» auf den Markt. «Visual Net» benutzt Verfahren aus der Kartografie zur Darstellung. Geografische Karten erlauben schon seit Jahrtausenden, komplexe Daten intuitiv und zügig zu wahrzunehmen.

Die junge französische Firma «Kartoo.S.A.» hat im April dieses Jahres mit «KartOO» eine visuelle Suchmaschine gestartet. KartOO stellt die Suchergebnisse als Netzknoten dar, verbunden durch Begriffe, die von dem Programm als besonders wichtig eingestuft werden. Wenn man mit der Maus über die einzelnen Ergebnisse fährt, erhält man eine Kurzbeschreibung. Das Programm bietet dem Nutzer gleich entsprechende Vorschläge, wie er die Suche verfeinern kann.

Bisher war noch keines der Visualisierungswerkzeuge kommerziell erfolgreich. Danny Sullivan, Redakteur bei «Search Engine Watch», einem Internet-Fachdienst für Suchmaschinen, hat eine Erklärung dafür: «Die übliche Reaktion ist, dass die Leute sagen, 'ach, wie schön', aber die Programm dann nicht mehr weiter benutzen. Die Programmierer vergessen, dass Text an sich schon visuell ist, und dass Listen sehr gut dazu geeignet sind, Informationen zu ordnen.»


Für das Web ediert von Vali Djordjevic