Angriff auf das Rückgrat des Internet
23.10.2002
Herausgeber: netzeitung.de
13 so genannte Root Server sind das Rückgrat des Internet. Neun von ihnen fielen Montagnacht aus. Hacker hatten sie außer Gefecht gesetzt.
Hacker haben Montagnacht versucht, das komplette Internet lahm zu legen. Mit einer «Distributed Denial of Service»-Attacke griffen sie die weltweit existierenden 13 Root-Server an, die für den Betrieb des Netzes lebenswichtig sind. Neun der 13 Server fielen daraufhin für etwa eine Stunde aus, größere Ausfälle gab es daher nicht.
Alle 13 Server wurden mit großen Mengen an Daten bombardiert. Sieben Rechner fielen ganz aus, so dass sie auf Anfragen nicht mehr reagieren konnten. Zwei weitere arbeiteten im Laufe des Angriffes nur unzuverlässig.
Obwohl das Internet keine Hierarchien kennt und Angriffen auf einzelne Rechner widerstehen kann, hängt das Domain Name System (DNS) vom Funktionieren der Root-Server ab. Diese verwalten die Namen von Internetadressen und «merken» sich die Verknüpfung der Domain-Namen mit ihren IP-Adressen, so dass man ans Internet angeschlossenen Rechner nicht mit Zahlenkombinationen ansprechen muss.
Das FBI ermittelt wegen der Angriffe, kann aber noch keine Angaben über die Urheber machen. Es ist nicht klar, ob das nur der Beginn einer größeren Angriffswelle war. «Vielleicht ist hat nur jemand herumgespielt, es könnte aber auch was Ernsteres sein. Es ist zu früh, um genaueres zu sagen,» sagte Chris Morrow, Sicherheitsexperte bei UUNET, der «Washington Post».
Offenbar hatte eine Gruppe von Hackern den Angriff von verschiedenen Rechnern aus koordiniert gestartet. «Das war die größte und komplexeste Attacke gegen das Rootserver-System, die es je gab,» erklärt ein Sicherheitsexperte eines der betroffenen Server der «Washington Post». Wenn die Attacke länger gedauert hätte, hätte das die weltweite elektronische Kommunikation ernsthaft beeinträchtigen können. (nz)