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Der 11. September hat das Internet verändert

09. Sep 2002 11:55
Die Terroranschläge sind auch am Netz nicht spurlos vorbeigegangen: Es wird nun deutlich schärfer überwacht, als zuvor. Den Usern gefällt das nur bedingt, so eine neue Studie.

«Das Internet ist nur auf Bewährung draußen.» Die Journalistenorganisation «Reporter ohne Grenzen» fand kürzlich deutliche Worte, um den Druck zu beschreiben, der nach dem 11. September auf das bislang demokratischste aller Medien ausgeübt werde.

Die Terroranschläge auf die USA, die sich am Mittwoch zum ersten Mal jähren, hätten als «Kollateralschaden» auch die Freiheit im Netz zunehmend eingeschränkt.

Ein von «Reporter ohne Grenzen» herausgegebener Bericht spricht gar von «eingespielten Attacken auf die grundlegenden Internet-Freiheitsrechte weltweit». Urheber seien hierbei die Regierungen sowie ihre Geheimdienste. «Reporter ohne Grenzen» warnte auch vor der massenhaften Verfügbarmachung von Nutzerdaten für Polizei- und Sicherheitszwecke.

47 Prozent gegen Überwachung

Mehr im Internet:
Die User selbst, zumindest diejenigen in den Vereinigten Staaten, sehen sich zwar nicht direkt von der «neuen Sicherheit» bedroht, fürchten die neue Überwachung aber dennoch. Eine aktuelle Studie des renommierten «Pew Internet Project», die sich mit den Auswirkungen des 11. September auf das Internet beschäftigt hat, besagt, dass 47 Prozent der US-User es ablehnen, dass die Regierung ihre Web- und E-Mail-Nutzung mitliest - 45 Prozent sind dafür.

Die Herunternahme von möglicherweise kritischen Informationen von staatlichen Websites halten die Amerikaner dagegen in der Mehrzahl für richtig. Dies vor allem dann, wenn es dem Schutz vor dem Terrorismus dient, selbst wenn damit die Nutzbarkeit dieser Ressourcen eingeschränkt wird.

Nachrichtenangebote gut besucht

Mehr in der Netzeitung:
In der Pew-Studie spiegelt sich auch die zunehmende Nutzung des Internet als Informationsmedium wieder - hier hätten insbesondere Nachrichten-Websites seit dem 11. September zugelegt, die noch nie soviel Datenverkehr gehabt hätten, wie zu diesem Zeitpunkt.

Auch den Trend zum Weblog erkannten die Forscher: Der so genannte «Do-it-yourself»-Journalismus, ein langjähriges Phänomen im Netz, habe durch die Terroranschläge «neue Prominenz» erlangt. Im Privaten diente das Internet den Amerikanern auch als Lebenslinie: Besonders gerne wurden Verwandte und Freunde per E-Mail befragt, wie es ihnen ergangen sei, so die Untersuchung. Insgesamt fühlten sich die US-User online gut unterstützt, besonders Sites der US-Regierung halfen.

 
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