Blinde sollen bald auch Quake spielen können
Das klappt im World Wide Web beispielsweise recht gut, so lange Homepage-Bastler daran denken, jedem Bild eine Umschreibung mitzuliefern, damit die von vielen Blinden eingesetzte Software, die Internet-Seiten in hörbare Informationen verwandelt, auch funktionieren kann. Action-lastige Computerspiele, die fast nur aus Bildern bestehen, waren dagegen bislang kaum umzusetzen. Doch auch dieses Problem soll jetzt angegangen werden.
Die Firma namens Zform entstand als College-Idee: Gründer Jeremie Spitzer unterhielt sich mit einem sehbehinderten Mitstudenten, der genauso wie er ein PC-Freak war. Wie, fragten sich beide, kommt es eigentlich, dass es keine Games für Blinde gibt? Man müsste doch nur einen Weg finden, guten Ton zu generieren, damit die Orientierung stimmt - mehr nicht. Aus der Idee wurde schließlich ein Geschäft.
Etwas viel Interessanteres schlummert dagegen noch in den Labors von Zform: Ein Prototyp einer Blindenversion von «Quake», dem Ego-Shooter schlechthin, bei dem man seine Gegner durch ein reich bebildertes Labyrinth jagt. Jeder Gegenstand in dem Spiel, beispielsweise Waffen, gibt dabei einen charakteristischen Ton ab. Gänge links oder rechts spürt der Gamer schlicht durch ein leichtes Luftzuggeräusch auf der richtigen Seite.
Zform plant eine ganze Reihe von weiteren Spielen. Genutzt wird dabei auch das Internet - dadurch kann man weltweit gemeinsam zu neuen Games aufbrechen. Geplant ist auch, die im Hause entwickelte Technologie nicht nur Sehbehinderten anzubieten: Gut nutzbare Tonschnittstellen helfen eigentlich jedem, zu Rechnern besseren Zugang zu finden.
Für das Web ediert von Ben Schwan

