netzeitung.de«Star Wars»-Klonkrieger kämpfen schon im Netz

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Jango Fett fliegt schon im Web (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Jango Fett fliegt schon im Web
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Befürchtungen sind wahr geworden: Bereits in der Woche vor der Premiere von «Star Wars Episode 2» sind Vorabkopien im Internet aufgetaucht. Die Qualität soll erstaunlich gut sein. Bilderschau: "Episode 2" feiert Premiere

Harte Sicherheitsvorkehrungen, viel Geheimniskrämerei und extrem spät angesetzte Pressevorführungen: Lucasfilm und die angeschlossenen Hollywood-Studios taten alles, um «Star Wars Episode 2 - Angriff der Klonkrieger» vor der gefürchteten Videopiraterie zu schützen. Allein, es half nichts: Bereits in der Woche vor dem offiziellen Kinostart tauchte der Streifen im Internet auf. Waren es Mitte letzter Woche nur erste Gerüchte, wurde die unerwünschte «Online-Premiere» nun bestätigt.
Vorab-Vorführung abgefilmt
In mindestens zwei Versionen soll der Streifen inzwischen im Netz vorliegen, deren Bildqualität als erstaunlich gut beurteilt werden kann, wie der Netzeitung vorliegende Screenshots zeigen. Der Ton soll dagegen etwas gelitten haben. Beide Varianten sind offenbar mit Digitalkameras während einer Vorab-Vorführung abgefilmt worden - die 'Los Angeles Times' spricht von einem auf einem Stativ aufgestellten Gerät. Die zweite Fassung setzte offenbar auf die gleiche Technik, allerdings in höherer Qualität. Inzwischen sind mindestens zwei weitere Kopien im Umlauf, darunter eine, die mit einer noch besseren Audio-/Video-Darstellung «glänzen» soll.

Die Reaktion im Netz ist gemischt: Während skrupellosere User bereits den Download «anwarfen», wollen sich echte Fans die monatelange Vorfreude auf Breitbild, bombastische Toneffekte und heiße Action auf großer Leinwand nicht «mit einer solchen Mini-Kopie» vermiesen.

Schon «Episode I» landete im Netz
Schon der letzte Teil der Sternenkrieger-Saga, «Star Wars Episode 1 - Die dunkle Bedrohung», war 1999 im Internet aufgetaucht. Der Streifen gilt heute als erster Film, der über das Netz eine größere Verbreitung fand. Allerdings waren vor drei Jahren High-Speed-Anschlüsse, die für den Bezug breitbandiger Videos sehr nützlich sind, bei weitem nicht so stark verbreitet, wie heute. Fans, die in Europa auf die Premiere des in den USA längst gestarteten Science-Fiction-Knüllers warteten, zogen sich mit ihren langsamen Modems tagelang dennoch den Streifen herunter, nur um ihn dann endlich hier zu Lande sehen zu können. Auch war die Qualität des mit einer einfachen Kamera im Kinosaal abgefilmten Piratenwerkes damals noch sehr schlecht. Die Video-Szene im Netz hat sich inzwischen deutlich professionalisiert: Es gibt fast keinen Streifen mehr, den es nicht gibt. Bild- und Tonqualität werden besser.
«Debüt im Netz» als Standard?
Dass das Hollywood schwere Sorgen macht, ist klar. Besonders ärgerlich bei «Star Wars Episode 2»: Diesmal hat man auf das Wehklagen der Fans gehört und den Start des Streifens weltweit einheitlich auf einen Tag, den 16. Mai, gelegt. Eine Verzögerung beim Release-Termin kann also kaum als Entschuldigung für den Filmklau online gelten. Doch das «Debüt im Netz», wie mehrere US-Zeitungen titelten, ist heute faktisch Standard: Auch beim zweiten Megahit der Saison, «Spider-Man», soll bereits vor dem Kinostart eine Kopie im Umlauf gewesen sein. Offenbar finden sich unter den Industrieangestellten und Journalisten, die Vorabpremieren besuchen können, die ein oder anderen Piraten. Wenigstens verdienen sie an der Netz-Kopie nichts: Die wird in die Online-Wildnis entlassen und dort über Tauschbörsen, Websites und Datei-Server weiterverbreitet. Doch ganz Hartgesottene brennen solche Filme auch auf CD und bieten sie dann gegen Geld in Online-Versteigerungen an.

Für das Web ediert von Ben Schwan