netzeitung.deDas Netz war zu Scherzen aufgelegt

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Das Geheimnis hinter Google: Pigeon-Rank (TM) (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Das Geheimnis hinter Google: Pigeon-Rank (TM)
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Menschen in den April zu schicken, hat im Web Tradition. Am Montag sorgten nicht nur private Homepages für Lacher. Auch Profi-Websites glänzten mit haarsträubenden Lügenmärchen.

Der 1. April ist wirklich kein guter Tag, wenn man eine wichtige Nachricht zu verbreiten hat. Sollte sie zu ungewöhnlich sein, wird einem wohl niemand glauben, dass sie der Wahrheit entspricht - und ansonsten ist sie eben das, was sie ist: Ein ganz normaler April-Scherz. Je mehr das Netz zum integralen Bestandteil des Lebens wird, um so mehr wandern auch derlei wichtige Rituale ins Web. Kein Wunder also, dass man sich gestern im Netz kaum vor Witzigkeiten retten konnte.
Tauben, Risikokapital und bezahlte Inhalte
Insbesondere in den USA haben April-Scherze auf Profi-Websites eine lange Tradition. Web-Auktionator eBay versuchte gar, aus dem «Feiertag» Kapital zu schlagen: Neben einigen Witz-Versteigerungen wurden auch spezielle «April Fools»-Produkte auf der Website angeboten. Suchmaschine Google verriet endlich, wie die hochentwickelte eigene Such-Technologie funktioniert: Sehr, sehr viele Tauben stecken dahinter. (Das «PigeonRank(TM)»-genannte System ist hoffentlich nicht für Manipulationen anfällig.)

Aus New York hörte man, dass die Mutterfirma hinter Fuckedcompany.com, der Seite für alle «Dot-Com»-Geschädigten schlechthin, ein Risikokapital-Investment in Höhe von 18 Millionen erhalten habe. Die zur Meldung gehörene Web-Adresse war besonders gut getürkt. Eine echten Schock erlebten Freunde der Szene-Website Slashdot.org: Ausgerechnet am 1. April mussten sie erfahren, dass der Anbieter künftig einmal pro Tag eine Meldung komplett von einem Sponsor bezahlen lassen will.

Wiederbelebte Star-Trek-Akteure
Was Amerika konnte, kann Deutschland aber schon lange. Sogar die Website der renommierten ARD-Nachrichtensendung «Tagesschau» hatte ihren eigenen April-Scherz: Dieter Wedel wolle den Streit um das Zuwanderungsgesetz im Bundesrat verfilmen, wurde gemeldet. Beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) aus dem Rheinland sah man sich gar genötigt, dem Kölner Dom im Internet einen dritten Turm zu verpassen. Am Tag danach wird den Usern erklärt, wie die Sache wirklich gemeint war.

Auch in der Weblog-Szene feierte der Spaß fröhliche Urstände: Wil Wheaton, der einst als «Wesley Crusher» in der Weltraumserie «Star Trek - The Next Generation» bekannt wurde und heute vor allem weibliche Teenager auf seine Homepage lockt, verkündete, er habe endlich wieder Arbeit als Science-Fiction-Held gefunden.
Allerdings sei die Rolle als Zeitreisender in der neuen Show «Enterprise» eher «duster und weniger clever» angelegt, so Wheaton, der heute die Scherz-Auflösung - für die ganz Langsamen - ins Netz stellte.

Für das Web ediert von Ben Schwan