Google als Spion
28. Nov 2001 11:21
Die Suchmaschine Google hat einen neuen Service: Sie findet nun auch Microsoft-Office-Dateien im Internet. Allerdings auch solche, die der Besitzer gar nicht öffentlich machen wollte.
Als Hacker-Werkzeug war die Suchmaschine Google sicher nie gedacht. Doch mit der populären Software lassen sich im Internet auch offenbar vertrauliche Microsoft-Office-Dateien finden. Dies berichtete die Fachzeitschrift «Computerwoche» am Dienstag.Grund für die ungewollte Sicherheitslücke: Schlecht konfigurierte Internetserver lassen zu, dass Google auch eigentlich vertrauliche Dokumente findet.
Problem: Fehlende Index-Dateien
Nach Informationen der Zeitschrift gelingt es Google, auch Dokumente zu finden, die nicht über eine Index-Dateien auf dem Web-Servern verlinkt wurden. Solche Indizes legen fest, welche Links dem Besucher zugänglich sein sollen und welche nicht. Fehlen sie, macht Google den Zugriff auf eigentlich verborgene Inhalte möglich. Offenbar unabsichtlich gelingt dies der neuen Suchroutine zum Finden von Microsoft-Office-Dokumenten.Wer seinen eigenen Web-Server konfiguiert, könne das Problem durch Einstellungen an der Server-Software beheben. Auch bei vor-konfigurierten Web-Servern von Providern gebe es Abhilfe: In jedes der zu sperrenden Verzeichnisse sollte eine leere HTML-Datei namens «index.htm» oder «default.htm» kopiert werden. Damit würde der Verzeichnis-Inhalt nicht mehr im Browser angezeigt.
Recherchemöglichkeiten erweitert
Vor wenigen Wochen hat die Suchmaschine Google ihre Recherchemöglichkeiten ausgebaut. Gefunden werden jetzt auch Dateien der Microsoft-Programme «Word», «Excel» und «Powerpoint.» Mit einer speziellen Suchmaske lässt sich in Google gezielt nach Dateien eines bestimmten Typs – etwa Word-Dokumenten – fahnden.
Für das Web ediert von Guido Speiser