netzeitung.deKlingeltöne für Individualisten

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Zusatzdienste beim Handy sind gefragt: Besonders Komponisten von Klingeltönen haben Hochkonjunktur. Aber schon ist Konkurrenz in Sicht.

Längst reichen die serienmäßigen Klingeltöne vielen Handy-Besitzern nicht mehr aus. Zu ähnlich klingen die verschiedenen Melodien. Zu viele besitzen das gleiche Gerät. Ein Musiker verdankt dem Trend zum individuellen Handy seinen Job. Marcel Schlepp komponiert Klingeltöne für ein Dortmunder Software Unternehmen.
Melodiöse Titel sind geeignet
Etwa 2000 Töne aus Chart-Hits, Schlagern, Filmmusiken, Hymnen oder klassischen Liedern sind in der Firmen-Datenbank gespeichert. Sogar die Nummer eins der deutschen Hitliste ist als Klingelton zu haben.

Die Kunst des Musikers besteht darin, eine Passage aus den Liedern herauszuhören, die als Klingelton wiedererkannt wird.

Bestens geeignet sind alle melodiösen Titel - Dancefloor-Musik oder Klassiker wie Mozarts Kleine Nachtmusik. Passt die ausgesuchte Stelle, ist der Rest Routine: Im eigenen Tonstudio spielt Schlepp die Melodie am Keyboard ein und speichert sie im Computer ab. Die kleinen Musikstücke werden auch in Österreich, Frankreich, England und Portugal gehört.

Anders als die Töne der Konkurrenten lassen sich die Werke nur über Umwege im Internet finden. Denn aus der Datenbank des Dortmunder Softwarehauses bedienen sich ausschließlich große Netzbetreiber, die die Töne dann an ihre Kunden weiterverkaufen.
Der Nutzer komponiert selbst
Künftig ist noch mehr Kreativität gefragt. Denn die Handyhersteller rüsten auf und machen dem Musiker unmittelbar Konkurrenz. Mit einem eingebauten Musik-Editor oder MP3-Player können talentierte und experimentierfreudige Nutzer ihre eigenen Melodien komponieren.

Der Musiker sieht dieser Herausforderung gelassen entgegen. Denn durch neue Übertragungsstandards wie UTMS kann er künftig statt eintöniger Musik komplexe Arrangements einspielen. Bislang können Handys nur vier Oktaven wiedergeben - die Hälfte der Klaviertastatur.

Sorgen, dass die Nutzer die neuen Dienste ablehnen könnten, hat man bei der Firma Materna nicht: «Handy-Nutzer agieren emotional und irrational», sagte Josef Humbert.



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