Voll fettes Handy
12. Jul 2001 11:36
 | | Foto: handy.de |
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Das Auto bekommt als Statussymbol Konkurrenz. Was der Spoiler beim Auto ist, sind Klingeltöne und Display-Logos beim Handy.
HAMBURG. Die individuellere Ausstattung des Mobiltelefons ist besonders bei Jugendlichen gefragt. Zu den neuesten Trends gehören Sprüche für die Mailbox, die man bei verschiedenen Online-Anbietern für Handyzubehör über kostenpflichtige Telefonnummern kaufen kann. Die Unternehmen richten sich vor allem an junge Leute und werben in Jugendzeitschriften für ihre Dienste.
Emotionale Beziehung zum persönlichen Handy
Das Handy sei nicht nur Mobiltelefon oder Spielzeug, sondern auch Statussymbol, sagt Steven Hofman vom Portal handy.de, das Töne und Handy-Grafiken im Internet anbietet. «Die Leute haben eine sehr emotionale Bindung zu ihrem Handy. Sie wollen es personalisieren», sagt Hofman. Vor allem junge Leute im Alter zwischen 14 und 25 Jahren haben die Dienste populär gemacht. «Es sind die Leute der Handygeneration - wie wir sie nennen», sagt Hofman. Eine Studie des Mobilfunkdienstleisters Convisual in Oberhausen und des Göttinger Instituts für Sensorikforschung unter 14- bis 25-Jährigen unterstützt diese Einschätzung. Rund 60 Prozent der 300 Befragten gaben an, Klingeltöne, Logos oder Bildmitteilungen auf ihr Mobiltelefon geschickt zu haben.
Mit Zusatzdiensten Geld verdienen
Mehr im Internet: Logos & Klingeltöne |
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Die Zusatzdienste sind laut Hofman einige der wenigen Funktionen, mit denen sich im Internet Geld verdienen lässt. Die Auswahl ist groß. Klassiker sind Mozarts «Kleine Nachtmusik» und die Musik des Films «Mission Impossible». «Ein Kunde hat bereits 100 Klingeltöne gekauft», sagt Hofman. Auf dem Display begrüßen Comicfiguren, Tiere oder Fantasiewesen den Handybesitzer. Wem seine eigene Stimme auf der Mailbox zu langweilig ist, lässt einen digitalen Umweltminister Jürgen Trittin sprechen.
Achtung vor Abzockern
Verbraucher sollten jedoch vor Abzockern auf der Hut sein, warnt Udo Rausch von der Mobilfunk-Verbraucherberatung Xonio.com. Hat sich der Kunde für eine Melodie oder eine Grafik entschieden, erfolgt der Kauf in der Regel über eine 0190-Nummer mit hohen Verbindungskosten. Mit endlosen Ansagetexten und überflüssigen Auswahlmenüs würden Anrufer möglichst lange in der Leitung gehalten, stellte Xonio in einem Test fest. (dpa/nz)