26.06.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Das Ende sinnloser Klickmonster naht
Dass viele Online-Auftritte Informationen in mehrere Häppchen aufteilen, um möglichst viele Klicks zu bekommen, nervt User. Doch es gibt Hoffnung: Die Wächter über Page Impressions und Visits wollen etwas ändern.
Sollte die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) ihre Ankündigung wahr machen, könnte das für Leser von Online-Angeboten die überraschende Erkenntnis bringen: Es geht auch anders, als nutzerunfreundlich Informationen auf endlose Klickstrecken zu verteilen, die man in einem einzigen Artikel schön übersichtlich unterbringen könnte. Denn wenn die IVW künftig nicht mehr die Klickzahlen der Online-Auftritte veröffentlicht, sondern nur noch die Zahl der einzelnen Besuche (Visits), lohnt sich das künstliche Klick-Steigern nicht mehr wirklich.
Wie der IVW-Mitarbeiter Jörg Bungartz im Gespräch mit Horizont.net sagte, will der Verein ab 2010 nur noch Mitgliedern in einem geschützten Bereich die jeweiligen Page Impressions (PI) präsentieren. PI sind derzeit so etwas wie die Leitwährung des Internets. Der Preis von Werbung berechnet sich zumeist nach der Menge an PI, die eine Seite erhält. Diese Messgröße wird jedoch schon seit Jahren immer wieder heftig kritisiert, da sie nichts über die Qualität eines Auftritts aussagt und zu klicksteigernden Maßnahmen wie Bildergalerien, Web-Spielen und Quizformaten verführt. Dem Branchendienst «kress» sagt Bungartz: «Dieses PI-Schaulaufen wollen wir eingrenzen.»
Der Branchendienst Meedia.de wendet jedoch ein, die Freude über ein Ende der PI-Fixierung könnte «etwas zu früh kommen». Denn Bungartz spricht von «eingrenzen», nicht von beenden. IVW arbeite zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (Agof) an einer Neudefinition und wolle nicht mehr die Gesamtzahl der Klicks, sondern lediglich vermarktungsrelevante Zugriffe zählen.
Bilderstrecken sind das dann sicher nicht mehr, doch werden findige Trickser neue Wege gehen, um genau dort Klicks zu generieren, wo sie nützlich sind - und zwar dem Anbieter, nicht dem User. (nz)