04.02.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Gut vernetzt: LinkedIn-Gründer Reid Hoffman
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Das internationale Business-Netzwerk LinkedIn hat jetzt einen deutschsprachigen Ableger gestartet und will weiter wachsen. Damit hat der bisherige Marktführer in Deutschland, Xing, ein großes Problem.
Das internationale Online-Netzwerk LinkedIn hat am Mittwoch ein Angebot in deutscher Sprache gestartet. Bis Jahresende wolle LinkedIn in Deutschland die Mitgliederzahl von 500.000 auf rund eine Million Nutzer verdoppeln, sagte LinkedIn-Europa-Manager Kevin Eyres.
Das Angebot solle künftig aber auch weltweit Millionen von deutschsprachigen Geschäftsleuten die Kontakte erleichtern. Dabei setze LinkedIn auch auf die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten zur Zusammenarbeit, darunter den Austausch von Dokumenten, Blogs und eine Schnittstelle zum Mikro-Blogging-Dienst Twitter. Weitere Anwendungen seien geplant, wobei LinkedIn Partnerschaften mit anderen Diensten eingehen will.
Umkämpfter deutscher MarktDie 2003 gegründete Plattform zählt nach eigenen Angaben insgesamt 35 Millionen Mitglieder weltweit und will künftig auch in Europa deutlich wachsen. In Deutschland tritt das Netzwerk gegen die Plattform Xing mit mehr als 6,5 Millionen Mitgliedern an.
«Wir wissen, dass es besonders in Deutschland einen starken Wettbewerb gibt», sagte Eyres. Nach eigenen Angaben verzeichnete LinkedIn in Deutschland zuletzt ein Mitgliederwachstum von über 62 Prozent, 1.700 Unternehmen mit deutschem Standort seien bereits durch LinkedIn Mitglieder im Netzwerk vertreten.
In Europa sei das Netzwerk mit neun Millionen europäischen Nutzern bereits das größte Online-Business-Netz, die Plattform liege in 43 europäischen Ländern vorn. Zuletzt hatte LinkedIn sein Angebot für die spanische und französische Sprache angepasst. Gemessen an der Nutzerzahl lagen die beiden Plattformen in Europa vor einem halben Jahr in etwa gleichauf.
Kostenpflichtige Premium-MitgliedschaftenAnders als Xing versteht sich LinkedIn als internationales Netzwerk für globale Beziehungen vor allem für Geschäftsleute. «Jedes Mitglied der Plattform ist ein kleines Unternehmen», sagte Eyres. In Europa gehörten weit mehr als 50 Prozent der Mitglieder zu den Top-Entscheidern.
Die Nutzung der meisten Funktionen der Plattform ist kostenlos. LinkedIn arbeitet nach eigenen Angaben dennoch seit zwei Jahren profitabel. Das Geschäftsmodell stehe erfolgreich auf vier Säulen, sagte Eyres. Umsätze generiert das Unternehmen durch kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaften und über Online-Werbung sowie durch zusätzliche Angebote für die Jobsuche und spezielle Lösungen für Unternehmen etwa für die Mitarbeitersuche. Premiummitgliedschaften werde ab 24,95 Dollar umgerechnet 19,50 Euro angeboten.
Künftig werde LinkedIn vor allem in neue Technologien investieren, um das Angebot weiter auszubauen. Dabei gehe es im Unterschied zu sozialen Netzwerken wie Facebook «nicht um Zeitverschwendung, sondern darum, die Berufstätigen an ihrem Arbeitsplatz produktiver zu machen», sagte Eyres. (nz/AP/dpa)