Testversion von Microsoft: 

netzeitung.deWie Windows 7 auf den Desktop kommt

 Herausgeber: netzeitung.de

Auf Microsofts Internetseiten steht seit Sonntag eine Vorabversion des Betriebssystems Windows 7 kostenlos zum Download zur Verfügung. Obwohl sie für jeden freigegeben ist, sollte nicht jeder sie nutzen.

Vor dem Test von Windows 7 stellt Microsoft sieben nicht ganz unwichtige Fragen. «Besitzen Sie einen zusätzlichen PC, der ausschließlich für den Test von Beta-Versionen vorgesehen ist?», lautet eine der Fragen. Oder: «Sind Sie es gewohnt, PC-Probleme eigenständig zu lösen?» Nur wenn alle Fragen mit «Ja» beantwortet werden, sollte man nach Auffassung von Microsoft die Beta-Version installieren.

«Es macht Spaß, sie auszuprobieren», sagt Axel Vahldiek von der in Hannover erscheinenden Computerzeitschrift «c't» am Dienstag. Allerdings sollte die Beta-Version nur in einer Testumgebung genutzt werden, empfiehlt der Windows-Experte. Beta-Versionen enthielten in der Regel noch Schwachstellen, die sich auch auf die Sicherheit des Systems auswirken können. Es sei daher auch sinnvoll, wichtige Daten nicht allein auf dem Testsystem zu speichern.

So ein Testsystem ist schnell beschafft - in Gestalt einer «virtuellen Maschine». Microsoft stellt selbst eine Software dafür kostenlos zur Verfügung, Virtual PC 2007. Ähnliche Programme gibt es auch für den Mac oder Linux, so dass selbst die Bewohner anderer Computerwelten einen Abstecher ins neue Windows unternehmen können.

Die Fähigkeit zum eigenständigen Lösen von PC-Problemen sollte ebenfalls vorhanden sein - schließlich hat Microsoft mit seinen bisherigen Windows-Versionen ja die Voraussetzungen für entsprechende Erfahrungen geschaffen. Je nach Virtualisierungssoftware kann man sich auch das Brennen einer DVD für die Installation sparen. Ist die 2,4 Gigabyte große Image-Datei im ISO-Format nach einigen Stunden endlich auf der Festplatte, gibt man dem Virtualisierungsprogramm einfach an, wo es diese finden kann, und die neu eingerichtete virtuelle Maschine beginnt mit der Installation von Windows 7 Beta.

Hardware-Voraussetzungen
Die Hardware-Voraussetzungen sind überschaubar: Der Prozessor sollte eine Taktrate von mindestens einem Gigahertz haben. Beim Arbeitsspeicher reicht ein Gigabyte, und die Festplatte sollte mindestens 16 GB groß sein. Um alle grafischen Besonderheiten des Systems nutzen zu können, muss die Grafikkarte DirectX 9 unterstützen und einen eigenen Speicher von 128 MB bieten.

«Windows is loading files», lautet zu Beginn der Installation die erste Anzeige, und nach kurzer Zeit erscheint ein grüner Verlaufsbalken wie beim Start von Windows Vista. Nach der Auswahl der Sprache für die Installation beginnt das eigentliche Setup des neuen Betriebssystems. Hier müssen zunächst die Lizenzbestimmungen akzeptiert werden - darin steckt auch der Hinweis, dass die Beta-Version bis zum 1. August genutzt werden kann. Vorsicht: Danach ist kein Zugriff auf die in dem Beta-System gespeicherten Daten mehr möglich.

Im nächsten Schritt wird ausgewählt, ob die Installation als Upgrade eines bestehenden Systems oder völlig neu erfolgen soll. Danach hat der Anwender alles getan, und die Installationssoftware macht ihre Hausaufgaben. Diese bestehen aus fünf Schritten, deren erfolgreicher Abschluss jeweils mit einem grünen Haken bestätigt wird. Zuerst werden die Dateien von der ISO-Datei oder der gebrannten DVD kopiert, ausgepackt und auf die Festplatte geschrieben. Nach dem vierten Schritt erfolgt ein Neustart, der dem Beta-Tester eine neue Animation des bekannten Vierfarben-Logos von Windows präsentiert.

Zum erfolgreichen Abschluss der Kampffisch Betta
Nun werden die Schlüssel der Registrierung neu geschrieben - ohne diese zentrale Datenbank für alle Software- und Hardware-Einstellungen kommt auch Windows 7 nicht aus. Nach dem ersten Start zentraler Systemdienste gibt es einen zweiten Neustart. Anschließend wird das Kennwort für das eigene Benutzerkennwort festgelegt, und im nächsten Schritt muss der «Product Key» eingegeben werden, den der Beta-Tester vor dem Download erhalten hat.

Steht bereits die Internet-Verbindung, wird mit diesem Schlüssel die Aktivierung absolviert. Aber auch ohne diese Anmeldung beim Microsoft-Server kann man das System 30 Tage lang testen, und im Internet findet sich ein «rearm»-Trick, um die Frist zu verlängern. Zum Schluss wird noch die Zeitzone überprüft, und der Tester teilt Windows mit, in welcher Weise es mit Updates des Systems umgehen soll.

15 Minuten für die Installation
Rund 15 Minuten nach Beginn der Installation erscheint der neue Desktop, auf dessen wasserblauem Hintergrund sich ein Fisch tummelt. Dabei handelt es sich um einen Siamesischen Betta-Kampffisch (Betta splendens). Der Name deutet darauf hin, dass dieser wohl gezielt für die Beta-Phase von Windows 7 ausgewählt wurde. Jetzt steht den ersten Erfahrungen mit Windows 7 nichts mehr im Weg. Die wichtigsten Neuerungen finden sich unter dem Eintrag «Erste Schritte» im Startmenü.

Microsofts aktuelles Betriebssystem Windows Vista hat viele Anwender auch dadurch geärgert, dass einige Programme unter ihm nicht liefen. Ob das unter Windows 7 auch so ist, lässt sich bei Betrachtung der Beta-Version abschließend noch nicht sagen. Doch was nicht wie ein Virenscanner sehr systemnah arbeitet, dürfte nach Einschätzung von Axel Vahldiek kaum Probleme bereiten. Skeptischer ist der Experte im Hinblick auf den Kopierschutz von Spielen. Da könnte es zu Problemen kommen. (dpa/AP/nz)