Neue Technik auf der Consumer Electronics Show:
Netbooks, Smartphones und offene Standards
09. Jan 2009 09:58
 |  CEA-Chef Gary Shapiro (l.) und Sonys CEO Howard Stringer | Foto: dpa |
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Die US-Unterhaltungselektronikmesse CES ist trotz der Rezession weiterhin optimistisch. Das liegt nicht zuletzt an den zahlreichen Neuentwicklungen in den Bereichen Hardware, Software und Handys.
Die Branche der Unterhaltungselektronik startet angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise mit trotziger Zuversicht ins Jahr. Zur offiziellen Eröffnung der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas am Donnerstag ließen sich die Veranstalter nicht von ihrem Optimismus abbringen.
Die Unterhaltungselektronik habe schon viele Krisen erlebt, sagte Gary Shapiro, Chef des amerikanischen Branchenverbands und Messe-Ausrichters Consumer Electronics Association (CEA) am Donnerstag (Ortszeit) in Las Vegas. Jede von ihnen sei außergewöhnlich gewesen. «Aber bis jetzt haben wir jede Krise erfolgreich überwunden.» Die CES geht noch bis zum 11. Januar.Die ersten Veranstaltungen und folgenden Präsentationen neuer innovativer Produkte auf der diesjährigen CES sorgten auch weltweit für Aufsehen und erzeugten viel Begeisterung , sagte Shapiro. Die Branche der Unterhaltungselektronik habe mit ihren Innovationen die Kraft, die kriselnde Wirtschaft weltweit zu beleben und anzukurbeln.
Für das laufende Jahr erwartet der Verband ein weiteres Umsatzwachstum von weltweit mehr als vier Prozent auf 724 Milliarden Dollar. Zu den großen Trends gehören in diesem Jahr zum Beispiel neue internetfähige Fernseher, eine neue Generation von Playern der DVD-Nachfolgerin Blu-ray, neue Kameras und Camcorder mit leistungsfähigen Speichermedien und direkten Internetfunktionen und 3D-Filmetechnik.
Palm fordert mit neuem Smartphone Apple und RIM heraus
Palm will mit einem neuartigen Mobiltelefon ein Comeback starten und die Vorherrschaft des iPhone und des Blackberry im Smartphone-Markt brechen. Der Taschencomputer-Pionier präsentierte am Donnerstag den Palm Pre, der mit dem neu entwickelten System «WebOS» läuft. Das neue Palm-Betriebssystem wurde von Grund auf neu entwickelt und setzt im Kern Standard-Technologien wie beispielsweise CSS, XHTML und JavaScript ein, die bereits heute in der Entwicklung von Webanwendungen eine entscheidende Rolle spiele. Im Gegensatz zum iPhone von Apple verfügt der Palm Pre über eine ausziehbare Tastatur und kann mehrere Anwendungen gleichzeitig laufen lassen. Ähnlich wie eine elektrische Zahnbürste kann das Smartphone ohne eine Kabelverbindung induktiv an ein Ladegerät angekoppelt und aufgeladen werden. Das System des Palm Pre führt Informationen aus persönlichen E-Mail-Konten und Kontaktlisten mit Daten aus Sozialnetzwerken wie Facebook oder Flickr zusammen.
Das neue Telefon soll im ersten Halbjahr 2009 auf den Markt kommen und wird in den USA zunächst exklusiv vom Mobilfunkprovider Sprint und später in einer UMTS-Version in anderen Regionen angeboten. Ein genauer Starttermin und Kooperationspartner für den deutschen Markt wurden noch nicht genannt. Branchenkenner erwarten aber eine Zusammenarbeit mit Vodafone.
Neues Sony-Netbook wiegt 640 Gramm
Sony bringt ein neues Netbook auf den Markt, das 640 Gramm leicht ist. Nach Angaben des Herstellers misst das mit stromsparenden LEDs beleuchtete und hochauflösende Display des Vaio VGN-P11Z acht Zoll. In dem 24,5 mal 12 Zentimeter großen Gehäuse finden neben einer 60 Gigabyte fassenden Festplatte auch Module für UMTS und GPS Platz. Als Prozessor setzt Sony Intels Atom-CPU ein. Der Arbeitsspeicher ist zwei Gigabyte groß.Als Besonderheit findet sich unter der Tastatur ein Button, mit dem schnell zwischen einzelnen Fenstern gewechselt werden kann. Für Datenverbindungen stehen auch Wlan nach dem n-Standard und Bluetooth zur Verfügung. Das Betriebssystem ist Windows Vista. Das VGN-P11Z soll im Februar mit den Deckelfarben Schwarz, Weiß, Rot oder Dunkelgrün für 1000 Euro in den Handel kommen.
 |  Hewlett Packard Mini | Foto: AP |
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Offene Standards in der Unterhaltungselektronik?
Die Unterhaltungselektronik-Branche muss nach Ansicht von Sony-Chef Howard Stringer neuartige Dienste anbieten und bestimmte Prinzipien verfolgen, um weiterhin erfolgreich bleiben zu können. So müssten Geräte künftig nicht nur umweltfreundlich sein, sondern auch mit sozialen Netzwerken verknüpft sein und den Austausch von Inhalten ermöglichen, sagte Stringer am Donnerstag in Las Vegas.Vor allem müsse die Branche stärker auf offene Standards setzen. Sony selbst hat allerdings in der Vergangenheit selbst auf proprietäre Technologien wie den Speicherriegel «Memorystick» oder den Musikträger «MiniDisc» gesetzt. Stringer führte neue Technologien vor, die bei Sony entwickelt wurden, etwa den Prototyp eines Bildschirms in neuer OLED-Technologie, der sich flexibel wie ein Blatt Papier einrollen lässt. Sony ist der erste Hersteller, der auch Fernseher mit den neuartigen Displays produziert. Anders als herkömmliche LCD-Fernseher nutzen sie organische Leuchtdioden und ermöglichen die Herstellung von Displays, die nur noch wenige Millimeter dick sind.
130.000 Besucher erwartet
Der CES ist es nach Angaben des Veranstalters in diesem Jahr gelungen, mit insgesamt 2700 teilnehmenden Ausstellern den Wert vom vergangenen Jahr zu halten. Während einige große Unternehmen fernblieben, warb die CEA rund 300 neue, auch kleinere Aussteller an. Man erwarte zudem rund 130.000 Besucher, sagte Shapiro. Das wäre nur ein geringer Rückgang, im vergangenen Jahr zählten die Veranstalter 140.000 Teilnehmer. Zu den Besuchern zählt die CEA jedoch neben den Fachbesuchern auch die Mitarbeiter der Aussteller sowie die Medienvertreter.
Wochen zuvor war viel spekuliert worden, wie stark sich die weltweite Wirtschaftsflaute auf die Branche der Unterhaltungselektronik und den Zulauf der CES, eine der größten Messen der Branche weltweit, auswirken wird. Die großen Hotels der Wüstenstadt im US-Bundesstaat Nevada hatten zuletzt mit Dumping-Preisen noch Gäste anzulocken versucht. (nz/dpa)