Consumer Electronics Show in Las Vegas:
Microsoft lässt Windows 7 testen
08. Jan 2009 11:41
 |  Steve Ballmer auf der CES 2009 | Foto: AP |
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Microsoft-Chef Steve Ballmer hat die US-Technikmesse CES mit Ankündigungen über das Betriebssystem Windows 7 eröffnet. Anwender können es bald testen. Ansonsten geht es in Las Vegas um die Verschmelzung von Fernsehen und Web.
Der Nachfolger des PC-Betriebssystems Windows Vista kommt wahrscheinlich früher als erwartet. Zur Eröffnung der Technikmesse CES in Las Vegas kündigte Microsoft-Chef Steve Ballmer für Freitag eine Betaversion von Windows 7 an, die von allen getestet werden kann.
Ballmer sagte, das neue Betriebssystem werde schneller booten, also nach dem Einschalten des Computers eher bereit sein. Kritiker nennen die Zeit, die zwischen dem Betätigen des Einschalt-Buttons und der endgültigen Betriebsbereitschaft der Software liegt, gerne spöttisch «Bill-Gates-Gedekminute». Die Entwickler hätten auch dafür gesorgt, dass die Software sparsamer mit dem Akku von Notebooks umgehe.«Wir haben die richtigen Zutaten hinzugefügt», sagte Ballmer in seiner «Keynote» zur Computer Electronics Show (CES) am Mittwochabend und nannte «Einfachheit, Verlässlichkeit und Geschwindigkeit». Der Windows-Nutzer soll auch weniger mit Warnungen und Hinweisen des Betriebssystems genervt werden als bei Vista.
Wann der Nachfolger von Windows Vista fertig gestellt und in den Markt eingeführt werden kann, hängt von den Ergebnissen des Betatests ab. Als wahrscheinlich gilt ein Termin Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres. Die öffentliche Testversion kann ab Freitag kostenlos im Internet heruntergeladen werden.
Partnerschaft mit Verizon Wireless und Dell
Ballmer kündigte auch eine Reihe von Initiativen an, um den Marktanteil der eigenen Internetsuche mit der Bezeichnung Live Search zu vergrößern. Dazu gab der Vorstandschef Partnerschaften mit dem Mobilfunkunternehmen Verizon Wireless und mit dem PC-Hersteller Dell bekannt. Bei den Produkten beider Partner wird Live Search als primärer Suchanbieter voreingestellt sein.Bislang hatte Dell eine entsprechende Vereinbarung mit Marktführer Google. Zur Wirtschaftslage sagte Ballmer: «Es sieht so aus, als ob wir in eine Zeit der reduzierten Erwartungen gehen.» Viele neigten dazu, weniger optimistisch und ehrgeizig zu sein. «Aber was auch immer mit der Wirtschaft geschieht oder wie lange diese Rezession dauert, ich bin überzeugt, dass unser digitaler Lebensstil nur noch reichhaltiger werden wird», sagte der Microsoft-Chef.
 |  Flachbildschirm von Sony | Foto: AP |
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Elektronikkonzerne bringen Netzinhalte in den Fernseher
Was sich bei der vergangenen IFA in Berlin schon andeutete, setz sich auf der CES fort. Auf den neuen Flachbildfernsehern der großen Hersteller sollen die Zuschauer künftig direkt und ohne PC auf ausgewählte Internetinhalte sowie Videos zugreifen können. Legte in Berlin Panasonic mit seiner Viera-Reihe vor, so folgen nun Elektronikkonzerne wie Sony und Samsung. Sie kündigten erste entsprechende Geräte am Mittwoch in Las Vegas an. Beide Unternehmen schlossen dafür eine Partnerschaft mit dem Internet-Dienstleister Yahoo. Sony integriert in seinen neuen Bravia XBR9 eine Funktion, über die beispielsweise das Wetter, Aktienkurse oder Videos von Youtube abgerufen werden können. Samsung hat die Funktionen ebenfalls in seine neuen Flachbildfernseher eingebaut. Ethernetkabel oder ein sogenannter USB-Dongle ermöglichen den Zugang ins Netz. Erste Modelle von Geräten mit hochauflösender Bildwiedergabe werden bereits im Frühjahr auch in Deutschland verfügbar sein.
Video-on-Demand
Für die Entwicklung der verschiedenen Anwendungen setzt Yahoo auf eine offene Softwareplattform, auf deren Basis Programmierer aus aller Welt eigene Anwendungen kreieren können. Zusätzliche Angebote an Filmen auf Abruf sollen die neuen Fernseher künftig zur selbstständigen Multimedia-Anlage machen. Für den europäischen Markt hatte Panasonic bereits im Herbst eine Kooperation mit Eurosport geschlossen, über die Sportsendungen in hoher Auflösung auf den Bildschirm kommen sollen.
Sony kündigte in Las Vegas eine Partnerschaft mit dem Video-on-demand-Dienst des Online-Händlers Amazon an. Da dieser Dienst vorerst nur in den USA verfügbar ist, dürfte es noch einige Zeit dauern, bis ein Angebot an aktuellen Filmen auch in Europa verfügbar ist. Ebenfalls vorerst nur in den USA dürfte das Video-Angebot von LG verfügbar sein. Der südkoreanische Hersteller stattet einige seiner LCD- und Plasma-Fernseher mit einem Zugang zur Online-Videothek Netflix aus. Abonnenten können aktuelle Filme und TV-Serien direkt am Fernseher abrufen. Die Auswahl umfasst dem Anbieter zufolge rund 12.000 Titel. (nz/dpa/AP)