07.01.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Apple-Manager Phil Schiller auf der MacWorld Expo
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Zu Beginn der Fachmesse MacWorld Expo verabschiedet sich Apple vom Kopierschutz in iTunes und stellt ein MacBook Pro mit 17-Zoll-Bildschirm vor. Außer ein wenig neuer Software war's das dann auch schon mit den Neuheiten.
Weder ein neues iPhone noch ein neuer Mac Mini: Apple hat sich ohne spektakuläre Produktvorstellungen von der Macworld Expo verabschiedet. In Abwesenheit von Konzern-Chef Steve Jobs kündigte Marketingchef Phil Schiller am Dienstag den Verkauf von Musik ohne Kopierschutz im Online-Shop iTunes sowie eine neue Variante des Profi-Notebooks MacBook Pro an.
Zudem ist ein neuer internetbasierter Dienst geplant, mit dem Nutzer Dokumente online ablegen und gemeinsam bearbeiten können. Der Computerhersteller bleibt der Messe in San Francisco künftig fern. Konzernchef Steve Jobs zeigte sich beim letzten Auftritt wie zuvor angekündigt nicht.
Apple verkauft in seinem Online-Shop iTunes künftig Musik ohne Kopierschutz. Ab sofort seien rund acht Millionen Songs ohne Beschränkungen durch Digital Rights Management (DRM) verfügbar, sagte Schiller. Künstler aller großen Musikverlage seien an Bord. Bisher hat Apple über iTunes rund sechs Milliarden Musiktitel verkauft.
Ab sofort können die Plattenfirmen künftig unterschiedliche Preise verlangen. Bislang kosteten alle Songs einen Dollar - die Industrie hatte auf ein differenziertes Modell gedrängt. In Deutschland werden einzelne Lieder voraussichtlich zwischen 69 Cent und 1,29 Euro kosten.
MacBook Pro 17 ZollSchiller kündigte eine neue Version des Profi-Notebooks MacBook Pro an. Das mit 17 Zoll größte Gerät des Herstellers sei leichter und flacher als je zuvor. Der Akku habe eine Lebensdauer von bis zu fünf Jahren und sei damit leistungsfähiger als alle Vorgänger.
Neuerungen wurden auch bei der Software angekündigt: Die im Multimediapaket iLife enthaltene Fotosoftware erkennt künftig automatisch Gesichter und kann so alle Bilder von einer Person per Mausklick anzeigen. Zudem lassen sich Aufnahme nach ihren geografischen Koordinaten ordnen. Über eine Landkarte wie Google Maps können Nutzer alle Fotos aus der Umgebung suchen. Kameras mit GPS- Funktion wie das iPhone ergänzten solche Daten bereits bei der Aufnahme, betonte Schiller. Die Geocodes können jedoch auch manuell vergeben werden.
iLife und iWorkMusikfans dürften sich über das Update für das in iLife enthaltene Programm GarageBand freuen. Es bietet nun ein Musik-Lernprogramm mit prominenten Künstlern wie Sting oder Norah Jones, die ihre Songs erläutern und lehren.
Auch das Büropaket iWork erhält ein Update - es ist ab sofort erhältlich. Käufer haben Zugang zu dem neuen, internetbasierten Dienst iWork.com. Er macht es ähnlich wie Google Docs möglich, online Dokumente zu speichern und gemeinsam mit anderen zu bearbeiten. Das Angebot startet zunächst in einer kostenlosen Beta-Version, wird aber künftig kostenpflichtig sein.
Die von Beobachtern erwartete Vorstellung eines iPhone Nano, einer kleinen Variante des erfolgreichen Apple-Smartphones, blieb ebenso aus wie weitere technische Neuerungen. Vor der Messe war intensiv über einen großen iPod spekuliert worden, der auch als Mini-Notebook taugen könnte. In den vergangenen Jahren hatte Apple die MacWorld Expo unter anderem zur Vorstellung des MacBook Air, des iPhone und des iPod genutzt. (nz/dpa)