Probleme bei Twitter:
Vollgespammt, ausgephisht, gehackt
06. Jan 2009 11:42
 |  Nachrichten bei Twitter | Foto: AP |
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Mit wachsender Bekanntheit und steigenden Nutzerzahlen bekommt der Mikroblogging-Dienst Twitter all jene Probleme, die Blogger und E-Mail-Nutzer seit Jahren kennen. Auch Barack Obamas Account wurde geknackt.
Mindestens 33 gehackte Accounts, Phishing-Attacken und reichlich Spam: Die Nutzer des Mikroblogging-Dienstes Twitter machen seit wenigen Tagen die für sie neuartige Erfahrung, dass ihr liebstes Kommunikationsmittel störanfällig ist.
Spätestens seit den Terror-Attacken von Bombay Ende des Jahres 2008 ist Twitter in der Öffentlichkeit bekannt geworden. Damals nutzten viele Mikroblogger den Dienst, um live vom Geschehen zu berichten – mit maximal 140 Zeichen Text. Mehr als drei Millionen Mitglieder zählt Twitter nach eigenen Angaben mittlerweile, auch zahlreiche Prominente sind bekennende Twitterer.
Wie das Fachportal Heise.de am Dienstag mit einem Verweis auf das offizielle Twitter-Blog berichtete, wurden erstmals Twitter-Nutzerprofile von Unbekannten gehackt. Insgesamt 33 Accounts seien geknackt worden, darunter auch jene des künftigen US-Präsidenten Barack Obama, des Popstars Britney Spears und des US-Fernsehsenders Fox News.
Obama wirbt für einen Tankgutschein
Auf der Twitter-Seite Obamas war nach dem Hack ein Link zu finden, der zu einer Fake-Website mit einer Umfrage führte. Über den Account von Britney Spears wurde ein obszöner Kommentar verbreitet. Auch Die Twitter-Nutzerkonten des sozialen Netzwerkes Facebook waren betroffen. Die Schwachstelle, über die der Hacker Zugriff auf die Accounts bekommen hätten, sei entdeckt und beseitigt worden, heißt es weiter im Twitter-Blog.
«Lustige Videos» und «Gewinnspiele»
Zuvor hatten bereits die Betreiber von Twitter im hauseigenen Blog berichtet, dass derzeit viele Nutzer sogenannte Phishing-Nachrichten erhalten. Der entsprechende, offensichtlich aus China stammende Tweet - so wird eine Kurznachricht bei Twitter genannt - locke mit dem Hinweis auf lustige Videos oder ein Gewinnspiel auf gefälschte Twitter-Seiten.
Gibt der User dort seine Daten preis, so werden von seinem Twitter-Account aus weitere Phishing-Tweeds sowie Spam verschickt - auch an alle Bekannten des Betrogenen, seine sogenannten Follower. Der Sicherheitsdienstleister Sophos weist zudem darauf hin, dass die Zugangsdaten für Twitter häufig mit den Zugangsdaten zu anderen Online-Diensten identisch seien. Betrug im größeren Umfang und über Twitter hinaus sei also möglich. (nz)