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Die E-Tickets kommen: 

In Wanne-Eickel für Berlin lösen

05. Jan 2009 17:37
Haben sie noch eine Zukunft? Fahrkartenautomaten
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Der elektronische Fahrschein soll bald eine bundesweite Nutzung des Nahverkehrs möglich machen. Mögliche Bedenken will der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen dank «enger Abstimmung mit Datenschützern» ausräumen.

Mit einem bundesweit einsetzbaren Ticket für den Nahverkehr sollen Busse und Bahnen attraktiver werden. Millionen weitere Fahrgäste werden in diesem Jahr das sogenannte E-Ticket bekommen, das in einigen Jahren beim Wochenendtrip in Berlin ebenso gültig sein soll wie auf dem täglichen Weg zur Arbeit.

Der deutschlandweit einheitliche Chip, der später automatisch den Fahrweg erfassen und die Erstellung einer monatlichen Rechnung ermöglichen soll, werde in enger Abstimmung mit Datenschützern eingeführt, erklärte die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Claudia Langowsky.

Bis 2012 sollen mehr als zehn Millionen Fahrgäste das elektronische Ticket nutzen. Zunächst gibt es hauptsächlich Zeitkarten als Chip, in einzelnen Regionen könne man auch Einzeltickets elektronisch erwerben oder die Einzelfahrten werden beim Betreten und Verlassen von Bus oder Bahn erfasst. Das sei freiwillig, betont Langowsky: «Es gibt keinen Zwang. Wer will, kann weiter einen Papierfahrschein lösen oder eine Prepaid-Karte kaufen, die die registrierten Fahrten nicht mit einer Person verknüpft.»

Doch auch beim E-Ticket gelte: «Adresse und Fahrverhalten werden nicht zusammen in einer Datei gespeichert.» Es könnten keine Bewegungsmuster einzelner Fahrgäste erstellt werden. Der Übergang zu dem kundenfreundlichen System, das den Kampf mit dem Tarifdschungel und den Ärger über defekte Fahrscheinautomaten beenden soll, erfolgt schrittweise.

Gespräche über einen europaweiten Standard

Zunächst müsse der Fahrgast die Chipkarte oder auch das Handy noch an einem Lesegerät vorbeiführen. In einem letzten Schritt wird das Ein- und Aussteigen vollautomatisch gebucht, ohne dass der Fahrgast sich noch um irgendetwas kümmern müsste. Pilotprojekte etwa in Schwäbisch-Hall seien erfolgreich verlaufen, sagte Langowsky.

Vorreiter wie der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) stellen das E-Ticket nun auf den vom VDV entwickelten bundesweiten Standard um. Auch Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee lobte Anfang Dezember anlässlich der Vergabe von 10 Millionen Euro zur Förderung des E-Tickets die Technik: «Im 21. Jahrhundert muss es möglich sein, per Chip oder Handy einen Fahrschein für die U-Bahn in Berlin und die Busfahrt in München zu lösen.»

Langowsky träumt derweil schon von einem europaweit einheitlichen Fahrschein. «Erste Gespräche laufen bereits.» Dann könnte man mit einem Ticket von Wanne-Eickel nach Herne zur Arbeit fahren und in Paris mit der Metro von den Champs-Elysées nach Montmartre - aber das sei noch Zukunftsmusik, sagt die VDV-Hauptgeschäftsführerin. (Uwe Gepp/AP)

 
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