Über 30 Prozent Wachstum:
Steigende Online-Umsätze trösten Musikindustrie
25.12.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Allerdings muss die Branche wegen des seit Jahren anhaltenden schleichenden Rückgangs beim CD-Verkauf auch in diesem Jahr ein leichtes Minus verkraften: «Im deutschen Musikmarkt rechnen wir 2008 mit einem Minus im mittleren einstelligen Bereich», sagte Michalk. Eine Summe nannte er nicht. Im Jahr 2007 war der Musikmarkt um 3,2 Prozent auf 1,65 Milliarden Euro zurückgegangen.
Probleme im Kampf gegen Musikpiraten gebe es neuerdings mit den Behörden, sagte Michalk: «Die Entscheidung mancher Staatsanwaltschaften, Internetpiraterie erst ab großen Dateimengen zu verfolgen, ist ein völlig falsches Signal. Wer zehn CDs im Laden klaut, muss mit Strafe rechnen. Das gleiche Delikt im Internet wird nicht verfolgt», klagte er.
Mehrere Staatsanwaltschaften lehnen neuerdings die Anzeigen der Industrie gegen ertappte Musikpiraten ab, offenbar wegen des hohen Arbeitsaufwandes. Nach einer Gesetzesänderung kann die Musikindustrie seit wenigen Monaten aber auch an der Staatsanwaltschaft vorbei zivilrechtlich gegen Kopierer vorgehen: «Wir nutzen die neuen zivilrechtlichen Möglichkeiten, gegen Musikpiraten vorzugehen. Die ersten Adressen haben wir vorliegen. Demnächst werden Abmahnungen verschickt. Die Raubkopierer müssen sich darauf einstellen, jeweils mehrere hundert Euro oder mehr zahlen zu müssen», sagte Michalk.
Hoffnung auf höhere Einnahmen macht der Musikbranche auch eine Ausweitung der Geschäfte auf ganz neue Bereiche: «Die Industrie erschließt neue Erlösquellen in der Musikvermarktung, beispielsweise über Lizenzgeschäfte mit Handyanbietern oder Computerherstellern, Merchandising und Künstlermanagement oder werbefinanzierte Modelle.» (Claus-Peter Tiemann, AP)

