Die größte Gefahr für die Musikbranche und der Hauptgrund für den seit Jahren anhaltenden Umsatzrückgang sei weiter die Musikpiraterie, sagte Verbandsgeschäftsführer Michalk. 2007 wurden 312 Millionen Songs illegal aus dem Internet geladen, für 2008 liegen noch keine Zahlen vor. Allerdings zeigt ein Konzept aus Aufklärung, Abschreckung und Abmahnung laut Michalk Erfolge: So sei die Zahl illegaler Downloads von über 600 Millionen im Jahr 2003 zurückgegangen.Probleme im Kampf gegen Musikpiraten gebe es neuerdings mit den Behörden, sagte Michalk: «Die Entscheidung mancher Staatsanwaltschaften, Internetpiraterie erst ab großen Dateimengen zu verfolgen, ist ein völlig falsches Signal. Wer zehn CDs im Laden klaut, muss mit Strafe rechnen. Das gleiche Delikt im Internet wird nicht verfolgt», klagte er.
Mehrere Staatsanwaltschaften lehnen neuerdings die Anzeigen der Industrie gegen ertappte Musikpiraten ab, offenbar wegen des hohen Arbeitsaufwandes. Nach einer Gesetzesänderung kann die Musikindustrie seit wenigen Monaten aber auch an der Staatsanwaltschaft vorbei zivilrechtlich gegen Kopierer vorgehen: «Wir nutzen die neuen zivilrechtlichen Möglichkeiten, gegen Musikpiraten vorzugehen. Die ersten Adressen haben wir vorliegen. Demnächst werden Abmahnungen verschickt. Die Raubkopierer müssen sich darauf einstellen, jeweils mehrere hundert Euro oder mehr zahlen zu müssen», sagte Michalk.