3D-Chat am Ende: 

netzeitung.deGoogles «Lively» wird sterben

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Vor dem Massensterben: Lively (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Vor dem Massensterben: Lively
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Erst im Juli 2008 entstanden, gesteht Google seinem 3D-Chat «Lively» kein langes Leben zu: Ende des Jahres soll die nur von wenigen Avataren bevölkerte 3D-Welt vom Netz genommen werden.

Von vielen wurde «Lively» zum Start im Juli als Googles Antwort auf die virtuelle Welt «Second Life» bezeichnet: Der Internetkonzern bot plötlich eine eigene Online-Umgebung voller Avatare an, bezeichnete sie als 3D-Chat-Tool, und ermöglichte den Nutzern, virtuelle Räume nach den eigenen Wünschen einzurichten. Diese konnten anschließend in Weblogs und Webseiten integriert werden.

Damit wird es bald vorbei sein. In einem Eintrag im offiziellen Google-Blog ist zu lesen: «Wir haben uns entschieden, Lively zum Jahresende zu schließen.» Es sei eine harte Entscheidung gewesen, Google wolle sich aber stärker auf das Kernschäft konzentrieren - Suche, Werbung und Web-Applikationen. Der Konzern rät den Nutzern zudem, Videos und Screenshots der erstellten Räume und Avatare zu machen.

Damit reiht sich «Lively» ein in die weniger erfolgreichen Projekte des derzeit unzweifelhaft erfolgreichsten Internetkonzerns der Welt. Kaum ein Computernutzer kommt heute an der Suchmaschine, dem Online-Kartendienst Maps oder der Geografie-Software Google Earth vorbei. Als weit verbreitet gelten auch der E-Mail Dienst GMail (in Deutschland Google Mail), die Bildersuchmaschine und Googles Webkalender.

Kaum einem Computernutzter ist aber noch der im Sommer 2007 abgeschaltete Google Video Player bekannt. Auch Projekte wie der Google Webaccelerator oder das Rabattsystem Google Coupons floppten beim Publikum. Ob aus Googles im Sommer 2008 vorgestelltem Webbrowser Chrome eine Erfolgsgeschichte wird, ist noch nicht ausgemacht. (nz)


Für das Web ediert von Maik Söhler