Der Google-Ticker:
Mehr Bilder, mehr Sprache, mehr 3D
19. Nov 2008 15:57
 |  Machen Google schöner: Bilder aus dem 'Life'-Archiv | Screenshot: nz |
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Suchanfragen per Spracheingabe auf dem iPhone, zehn Millionen neue Fotos für die Bildersuche, neue 3D-Software für jedermann und was die Europäer im Oktober am liebsten googleten: Neues aus der Welt von Google.
Sprachsuche übers iPhone
Immer diese Tipperei, das nervt. Schon länger experimentiert Google mit einer Sprachfunktion für die hauseigene Suchmaschine. Also Schluss mit der lästigen Texteingabe, wer etwas vom allwissenden Orakel erfahren will, der fragt einfach und die Maschine antwortet.
Zumindest in rudimentärer Form ist das Ganze seit Montag Wirklichkeit geworden: Mit «Google Voice Search» steht seither ein entsprechender Dienst zur Verfügung, leider nur für Besitzer eines iPhone, die ihre Suchanfrage darüberhinaus auch noch in amerikanischem Englisch stellen müssen. Auf diese Weise sollen Nutzer des Apple-Smartphones Informationen über ihren Standort und dessen Umgebung abrufen können – wo ist das nächste Café, der Hauptbahnhof, das Kino XY?Erste Testberichte bescheinigen «Google Voice Search» durchaus Tauglichkeit - «It's not perfect, but it's extremely good», schreibt etwa das IT-Fachportal CNet. Man müsse allerdings sehr deutlich sprechen und dürfe sich nicht über die angezeigten Ergebnisse wundern, wenn die Anfragen etwas komplizierter seien. Einige englische Medien sind enttäuscht, da die Spracherkennung mit britischen Akzenten offensichtlich überfordert sei.
Deal mit «Life» bringt zehn Millionen neue Fotos
Seit Dienstag veröffentlicht Google Teile des Fotoarchivs des US-Magazins Life, das seit Jahrzehnten für seinen grandiosen Fotojournalismus bekannt ist. Das Archiv soll insgesamt mehr als zehn Millionen Aufnahmen umfassen, knapp 20 Prozent davon stehen schon jetzt online zur Verfügung, wie es im Google-Blog hieß. Der Rest folge in den nächsten Monaten.
Man erreicht die bisher verfügbaren Bilder des Archivs über eine spezielle Webseite, kann sie aber auch einzeln über die Google-Bildersuche finden. Dazu muss neben einer Motiv- oder anderweitigen Beschreibung der Zusatz «source:life» eingegeben werden. Beide Angebote sind kostenlos. Wer Abzüge der Bilder auf Fotopapier haben will, kann dies mit einem Klick erledigen und muss dafür bezahlen. Die Einnahmen teilen sich Google und «Life».
Europäer googeln «Halloween»
Immer wieder interessant ist, was andere in Googles Suchmaschine eingeben. Im Oktober schaffte es der Begriff «Halloween» auf Platz Eins der europäischen Charts, wie Google am Dienstag bekanntgab. Platz Zwei hält eine echte Überraschung bereit: «Vaalikone», eine Webseite zu den Kommunalwahlen in Finnland. Platz Drei schließlich belegt die isländische Bank «Icesave», die im Zuge der internationalen Bankenkrise bekannt wurde. «Vaalikone» und «Icesave», ist das nicht etwas – hm – speziell? Diesmal habe man nicht einfach nur die eingegebenen Begriffe analysiert und die Ergebnisse summiert, sondern mit einer Art Eingabedynamik gearbeitet, erläuterte Google. Erfasst worden sei die Geschwindigkeit, mit der das Interesse für einzelne Suchbegriffe zugenommen habe. So könnten auch Entwicklungen in kleineren Staaten in das Ergebnis einfließen. Tolle Idee, ansonsten gebe es in den Top Ten ja kaum Veränderungen, und Lotto, Spiele und Fernsehshows wären nie zu verdrängen.
Version 7 von SketchUp
Mit Version 7 des Tools «SketchUp» legt Google auch im Bereich dreidimensionaler Webanwendungen nach. Die Software gibt es sowohl in einer kostenlosen Variante als auch in einer sogenannten Pro-Version. Sie eignet sich zur 3D-Darstellung von Skizzen und Plänen samt ihrem Austausch übers Internet.
Für das Web ediert von Maik Söhler