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Bloghoster und Blogsoftware im Überblick: 

Bloggen für Anfänger

20. Nov 2008 15:36
Aus der Ausstellung 'Vom Tagebuch zum Weblog'
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Das Internet ist voller Weblogs und täglich kommen neue hinzu. Viele Bloghoster versprechen Interessierten einen leichten Einstieg und zahlreiche Möglichkeiten. Doch auch wer es individueller und komplizierter mag, wird Angebote finden.

Das Bloggen ist für den Nutzer eine der interessantesten Funktionen, die das Internet bietet. Ob privates Tagebuch oder politischer Kommentar - die Beiträge können eine riesige Zahl von Menschen erreichen. Das reizt viele Hobby-Schreiber. Für Einsteiger gibt es mehrere Möglichkeiten, mit dem Bloggen anzufangen. Dabei kommt es darauf an, welche Computerkenntnisse der Nutzer mitbringt und wie viel Freiraum er sich bei der Gestaltung seines Blogs wünscht.

Generell bieten sich zwei Varianten an: «Es gibt Bloghoster, die ihr System im Internet betreiben und Blogsoftware, die sich der Nutzer auf dem Rechner installiert», erklärt Jo Bager von der in Hannover erscheinenden Zeitschrift «c't». Wer Blogsoftware benutzt, benötigt zusätzlich einen Provider im Netz, der den notwendigen Speicherplatz zur Verfügung stellt, erläutert Olaf Schmitz, Betreiber von Wordpress Deutschland. Den Provider könne der Blogger unabhängig vom Anbieter der Software wählen.

Dieser Aufwand ist bei einem Bloghoster nicht nötig. «Der Nutzer muss sich nicht um die technische Umsetzung kümmern - in wenigen Minuten ist der Blog eingerichtet», sagt Schmitz. Bekannte Bloghoster seien beispielsweise Blogger.de von Google, Wordpress.com oder Twoday.net. Die Basisversionen der großen Anbieter seien in der Regel kostenlos für den Einsteiger. Schon damit könne der Blogger mehr als nur Texte schreiben: «Man kann Dateien hochladen und eine Beitragsvorschau einrichten.» Außerdem habe der Nutzer die Wahl zwischen zahlreichen Designvorlagen.

Premiumaccount kostet Geld

Wer mehr aus seinem Blog herausholen möchte, muss nicht bei der Basisversion bleiben. Mehr Speicherplatz für Bilder oder Zusatzfunktionen bietet ein Premiumaccount, sagt Bager. «Der ist allerdings meist nicht kostenlos.» Dafür könne der Blogger dann aber vielfältige Veränderungen am vorgegebenen Design einbauen. «Wer sich mit HTML oder anderen Programmiersprachen auskennt, kann sehr in die Tiefe gehen», erklärt auch Dieter Rappold von Knallgrau Media aus Wien, die den Bloghoster Twoday.net betreiben.

Die großen Anbieter wie Wordpress zeichne neben der einfachen Bedienung auch die breite Benutzerbasis aus, erklärt Jo Bager. So lasse sich schnell der Kontakt zu anderen Bloggern herstellen, die dann auf den eigenen Blog aufmerksam werden. Die Vernetzung passiere durch die Kommentarfunktion, erklärt Schmitz. Außerdem könne man Blogs von Dritten verlinken - und selbst verlinkt werden. Einsteiger könnten auch mit ihren Freunden bloggen. «Bei vielen Hostern sind mehrere Autoren zugelassen, die in einem Blog schreiben.»

FAQs, Foren und Hilfe zu jedem Problem

Anbieter wie Blogger.de oder Wordpress.com machen es dem Nutzer leicht. «Einmal eingerichtet ist die Bedienung einfach und intuitiv», sagt der Blogger Michael Firnkes aus Teltow bei Berlin. Der 31-Jährige betreibt seinen Blog Meinstartup.com seit einem Jahr. Ein Vorteil für Anfänger sei, dass es bei Bloghostern zu jedem Problem viele FAQs, Foren und Hilfe-Blogs gibt. Das mache den Einstieg leicht. «Außerdem ist die Gefahr bei großen Anbietern geringer, von heute auf morgen mit einer nicht mehr unterstützten Technik dazustehen.» Die Sicherheit sei hier einfach höher.

Wer selbst hostet, braucht allerdings nicht nur Speicherplatz im Internet - «er sollte sich auch gut mit HTML oder CSS auskennen», sagt Olaf Schmitz. Dafür habe der Blogger bei der Gestaltung unbegrenzte Möglichkeiten. Hier gebe es tausende Designvorlagen. Wer sich mit der Software auskennt, könne zudem viel mehr Zusatzfunktionen einbauen als bei den großen Bloghostern. Speicherplatz für den eigenen Blog bieten dann verschiedenste Seiten an. Für ein Basispaket zahlt der Nutzer nicht mehr als fünf Euro im Monat. Für Bilder und Texte reicht das Speicherangebot mehr als aus.

AGB genau lesen

Es sei allerdings ein großer Aufwand, selbst einen Server zu verwalten, sagt Dieter Rappold. «Der Nutzer muss selbst alle Sicherheitslücken schließen und die Software aktualisieren.» Ein wesentlicher Unterschied zwischen Bloghostern und selbst gehosteten Blogs liegt deshalb bei der Sicherheit. Wenn der Blog ein bisschen bekannter ist, können Spam-Kommentare zur Seuche werden.

Bei der Wahl des richtigen Anbieters entscheide außerdem die Qualität der Online-Hilfe, erklärt Rappold. «Am besten ist dafür ein Forum.» Einsteiger achteten am besten auch darauf, ob bei einem Hoster fremde Werbung im Blog geschaltet wird. Für den Schutz der eigenen Daten sei es empfehlenswert, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen genau zu lesen. Wer kein Interesse mehr am Bloggen hat, kann Schmitz zufolge seinen Weblog bei den großen Anbietern problemlos löschen.

Urheberrecht und Blogs

Auch Blogger müssen das Urheberrecht beachten: Oft übernehmen Blogger zum Beispiel leichtsinnig Bilder, die sie zum irgendwo im Internet gefunden haben. Olaf Schmitz von Wordpress Deutschland warnt davor, Bilder aus unbekannter Quelle in den eigenen Blog zu laden.

Es habe Fälle gegeben, in dem Blogger verklagt wurden, weil sie geschützte Fotos von Paprikas und Zwiebeln aus einem Kochbuch benutzt hatten. Diese Blogger seien wegen Urheberrechtsverletzungen kostenpflichtig abgemahnt worden. (Philipp Laage/dpa)
 
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