Parallels Desktop in neuer Version:
Windows-Programme nahtlos auf dem Mac
20.11.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Parallels bezeichnet das als «Coherence»-Technik, was bereits im Juni 2007 mit der Version 3.0 eingeführt und nun zusätzlich erweitert wurde. Die zentrale Mac-Leiste des «Docks» bleibt an ihrem vertrauten Platz, die Windows-«Taskbar» platziert sich gegenüber. Auf dem Desktop gibt es ein Programmsymbol für die virtuelle Windows-Festplatte, die ihren Inhalt im «Finder» zeigt, also im Mac-Dateimanager.
Neben der Nutzung von gemeinsamen Ordnern (Shared Folders) ist es nun auch möglich, Mac-Standardordner wie «Dokumente» oder «Bilder» als entsprechende Windows-Standardordner einzurichten. Die neue Technik «Smart Mount» sorgt dafür, dass zum Beispiel externe Festplatten automatisch auch in das virtuelle Betriebssystem mit eingebunden werden. Beim Einstöpseln eines USB-Geräts kann man individuell angeben, ob dieses vom Mac oder von Windows erkannt werden soll.
Die virtuellen Festplatten können bis zu zwei Terabyte groß sein. Mit dem «Parallels Explorer» kann ihr Inhalt angeschaut werden, ohne dass die virtuelle Maschine gestartet werden muss. Eine große Erleichterung für das parallele Arbeiten in beiden Systemen ist die Übersetzung von Tastaturbefehlen. Dadurch versteht das virtuelle Windows auch typische Mac-Eingaben mit der Apfeltaste (Befehlstaste), etwa zum Kopieren und Einfügen aus der Zwischenablage.
Ebenso ist es möglich, die beiden grundverschiedenen Tastaturkürzel für das @-Zeichen in E-Mail-Adressen anzupassen. Bei der Entwicklung der Version 4.0 sei auch die «Virtualisierungs-Engine» komplett überarbeitet worden, erklärt Parallels-Manager Uhl. «Das ergibt einen Performance-Gewinn bis zu 50 Prozent.» Damit verringere sich der Leistungsunterschied zwischen der virtuellen Maschine und der Nutzung der Apple-Technik Bootcamp - hier wird Windows auf einer eigenen Partition des Mac-Rechners installiert, eine parallele Nutzung ist dann aber nicht möglich.
Der Parallels Desktop unterstützt jetzt den neuen Virtualisierungsstandard von Intel, so dass der Vorteil von Doppel- oder Vierkern-Prozessoren zum Tragen kommt. Mit Computerspielen kommt das virtuelle Windows ebenfalls besser zurecht. Unterstützt werden nun alle Titel, die DirectX 9 erfordern. Dem Video-RAM können bis zu 256 MB zugeteilt werden. Bei 3D-Online-Spielen reagiert der virtuelle Windows-Nutzer zwar langsamer als seine Partner im Netz. Für ein gelegentliches Spielchen oder für die Nutzung spezieller Anwendungen wie AutoCAD reicht die Leistung aber aus.

