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Deutsche Online-Enzyklopädie nicht erreichbar: 

Linken-Politiker lässt Wikipedia sperren

15. Nov 2008 19:05
Lutz Heilmanns eigene Website ist online
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Weil er mit dem Eintrag zu seiner Person nicht glücklich ist, hat der Bundestagsabgeordnete Heilmann die deutsche Startseite des Online-Lexikons per Verfügung lahm gelegt. Nicht zum ersten Mal hadert der Politiker mit seiner Biografie.

Der Linken-Bundestagsabgeordnete Lutz Heilmann hat eine richterliche Sperrung des Online-Lexikons «wikipedia.de» erwirkt. Wie der Verein auf seiner Homepage am Samstag mitteilte, hat das Landgericht Lübeck Wikimedia Deutschland e.V. per einstweiliger Verfügung vom 13. November untersagt, «die Internetadresse wikipedia.de auf die Internetadresse de.wikipedia.org weiterzuleiten» - solange «unter der Internet-Adresse de.wikipedia.org» bestimmte Äußerungen über Heilmann vorgehalten werden.

«Bis auf weiteres muss das Angebot auf wikipedia.de in seiner bisherigen Form daher eingestellt werden», erklärte Wikimedia Deutschland. Wer dennoch das Online-Lexikon nutzen möchte, muss nun direkt über die Seite www.wikipedia.org gehen. Der Verein kündigte an, gegen den Beschluss des Gerichts Widerspruch einzulegen.

Vier Passagen strittig

Einem Bericht von «Spiegel online» zufolge sind vier Passagen in dem Wikipedia-Eintrag über den Linken-Politiker Heilmann Hintergrund dieser Verfügung. Sie beträfen im Wesentlichen den beruflichen und politischen Werdegang des 42-jährigen Bundestagsabgeordneten, berichtet der Online-Dienst unter Berufung auf Thorsten Feldmann, Anwalt der Berliner Kanzlei JBB, die den Verein Wikimedia vertritt.

«Spiegel online» spekuliert, dass der Bundestagsabgeordnete damit gegen missliebige Einträge in seiner wikipedia-Biografie vorgehen könnte. Heilmann war im September 2005 für die schleswig-holsteinischen Linken in den Deutschen Bundestag eingezogen.

Stasi-Vergangenheit verschwiegen

Kurz darauf hatte der «Spiegel» aufgedeckt, dass Heilmann seine Stasi-Vergangenheit als Personenschützer in seiner Biografie verschwiegen und stattdessen in seinem Lebenslauf von Wehrdienst gesprochen hatte. Es sei «ein Fehler gewesen», bei der Nominierung für die Bundestagswahl seine Parteifreunde «nicht in Kenntnis gesetzt» zu haben, hatte Heilmann laut «Spiegel online» darauf gesagt und den Fehler eingeräumt.

Die Blockade der deutschen Wiki-Seite nutzt dem Politiker allerdings wenig. Wer die Adresse der englischen Startseite http://de.wikipedia.org/ eingibt, kann dort auch die deutsche Ausgabe der Online-Enzyklopädie aufrufen - mit dem Eintrag über Heilmann. (nz/dpa)

 
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