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Scheidung nach virtuellem Seitensprung: 

Zu viel Online-Sex oder zu viel World of Warcraft?

14. Nov 2008 11:14
Alles ist möglich: Sex in Second Life
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In Second Life lernten sie sich kennen und lieben, bald folgte die Hochzeit im Offline-Leben. Nun will sich eine Britin von ihrem Ehemann scheiden lassen, weil er Sex mit einer Prostituierten hatte – Online-Sex.

Amy Taylor ist verzweifelt: «Ich wäre fast verrückt geworden, ich war so verletzt. Ich konnte nicht glauben, was er getan hatte.» Die Story, die die britische Boulevardzeitung «Daily Mail» am Freitag ihrer Leserschaft erzählte, könnte eine von Tausenden sein: Ehefrau erwischt Ehemann beim Sex mit einer anderen und will sich nun scheiden lassen.

Doch im Fall von Amy Taylor (28) und Dave Pollard (40) ist alles anders: Die beiden lernten sich als Avatare in der virtuellen Welt Second Life kennen, chatteten, fanden sich online und danach auch offline sehr sympathisch. Schließlich heirateten sie im Jahr 2005 – in Second Life wie auch mit richtigem Trauschein im Offline-Leben.

Eine schöne Geschichte bis hierhin, doch auch ihre unschöne Fortsetzung beginnt auf Second Life. Eines Tages, berichtet die «Daily Mail» weiter, beobachtete Miss Taylor ihren Ehemann, wie er Sex mit einer Prostituierten hatte. Genauer: Ihr Avatar sah, wie der Avatar ihres Ehemannes sich auf Second Life mit einem Prostituierten-Avatar vergnügte.

Sie stellte ihn zur Rede, er konnte kein Problem erkennen, schließlich widme sie ihm zu wenig Aufmerksamkeit. Als Miss Taylor ihren Mann Monate später erneut online-inflagranti erwischte, war für sie Schluss. Sie reichte nach drei Jahren Ehe die Scheidung ein.

Von Second Life zu World of Warcraft

Aus der Sicht Dave Pollards stellt sich die ganze Geschichte allerdings anders dar. Er habe nichts falsch gemacht, ließ er seinen Second Life-Avatar der Zeitung sagen: «Amy hat zu Hause nie etwas gemacht. Sie hat die ganze Zeit nur World of Warcraft gespielt.» Immer wenn er mit ihr Zeit verbringen wollte, habe sie sich lieber in der Fantasy-Rollenspiel-Welt von World of Warcraft aufhalten wollen.

Amy Taylor hat dem Bericht der «Daily Mail» zufolge mittlerweile einen neuen Partner gefunden, mit dem sie auch schon zusammenlebt – sie lernte ihn in World of Warcraft kennen. (nz)
 
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