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netzeitung.deFar Cry 2: Grafisches Wunder in grausamer Welt

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Die Umgebung im Visier: Szene aus 'Far Cry 2' (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die Umgebung im Visier: Szene aus 'Far Cry 2'
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Das nun neu erschienene PC- und Konsolenspiel «Far Cry 2» ist nur für Erwachsene freigegeben. Aus gutem Grund: Der in Afrika spielende Ego-Shooter imitiert Bürgerkriege und ist von beklemmender Aktualität.

Angesichts des Bürgerkriegs im Kongo vermittelt der für Jugendliche nicht freigegebene Ego-Shooter «Far Cry 2» eine beklemmende Aktualität. Schauplatz des Computerspiels ist ein fiktives afrikanisches Land. Die Namen der Rebellengruppen aber klingen so, als ob sie jederzeit mit der Realität austauschbar wären: Die «Alliance for Popular Resistance» kämpft hier gegen die «United Front for Liberation and Labour».

Der Auftrag an den Spieler scheint einfach: «Begib dich auf die Suche nach der Person an der Spitze der Kampfhandlungen, einen erbarmungslosen Waffenhändler, den man nur unter dem Namen 'Der Schakal' kennt.» Dieser hat aber auch schon ein Auge auf unseren Helden geworfen und arbeitet an Gegenmaßnahmen.

Schon die Fahrt vom Flughafen mit dem Taxi in die Hauptstadt Pala macht deutlich, dass wir es hier mit einem grafischen Wunderwerk zu tun haben. Der Blick fällt auf ausgetrocknete Flüsse, grasbedeckte Savannen und verlassene Dörfer. An jeder Ecke droht eine Straßensperre von Rebellen. Während der Fahrer mit den Posten spricht, verlässt über ihren Köpfen die letzte reguläre Linienmaschine das Land. Eine Rückkehr ist jetzt nicht mehr möglich.

Ein Wunder an Grafik
Die Spielfigur wird zu Beginn aus einem halben Dutzend verschiedener Charaktere ausgewählt. Sie kämpft mit einer heftigen Malaria. Wenn die Medikamente nicht eingenommen werden oder zur Neige gehen, droht eine Ohnmacht und damit eine längere Auszeit. Nach der Einführung in die Geschichte und einem kurzen Tutorial, wird der Spieler in eine riesige Welt entlassen, wo er sich frei bewegen kann.

Die afrikanische Landschaft ist so eindrucksvoll umgesetzt, dass es sich lohnt, den Blick länger schweifen zu lassen, bevor der Ernst des Spiels beginnt. In den Wirren des Bürgerkriegs warten überall gefährliche Aufgaben und Missionen. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob man für eine der beiden Parteien arbeitet oder den Auftraggeber beständig wechselt. Neue Waffen kann man beim Händler kaufen oder man jagt einen der vorbeifahrenden Konvois in die Luft.

Hauptmission auf dem Schrottplatz
Insgesamt stehen 28 tödliche Gerätschaften von der Pistole bis zum Flammenwerfer zur Verfügung. Besonders nervenaufreibend sind die Hauptmissionen, die zum Beispiel auf Schrottplätzen oder in verlassenen Dörfern stattfinden.

Da muss ein Posten ausgeschaltet oder ein Gefangener befreit werden. Der Gegner reagiert meist sehr durchdacht, und die ausschwärmenden Soldaten setzten den Spieler schnell unter Druck. Wer sich mit schlechtem Material versorgt hat, der muss auch mit Ladehemmung bei seiner AK-47 und weiteren Überraschungen rechnen.

Hohe Anforderungen an den PC
Genre-typisch betrachtet der Spieler in «Far Cry 2» die Umgebung der frei begehbaren virtuellen Welt durch die Augen seiner Spielfigur. Und «Far Cry 2» ist ein eindrucksvoller Vertreter seines Genres, mit wunderschöner Grafik und eindringlicher Atmosphäre. Lediglich die Gegner könnten manchmal noch etwas schlauer sein, und sie sind auch etwas zu standhaft ausgefallen.

Ein weiteres Manko des Spiels sind die sehr hohen Anforderungen an die Leistungsfähigkeit des Computers. Da moniert das Spiel bei der Installation schon mal einen sechs Monate alten Treiber für die Grafikkarte und verlangt nach neuer Software. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, steht der spannenden Jagd nach dem Schakal allerdings nichts mehr im Weg. Die PC-Version des Spiels erfordert einen Windows-PC (ab XP) mit einer Prozessor-Taktrate von mindestens 3,5 Gigahertz, 2 GB Arbeitsspeicher und einer Grafikkarte mit der Leistungskategorie einer Geforce 8600 GT oder Radeon HD 4850.

Daneben gibt es auch Versionen für die Spielkonsolen Xbox 360 und Playstation 3. Entwickelt wurde «Far Cry 2» nicht mehr wie der Vorgänger vom deutschen Entwicklerstudie Crytek, sondern von Ubisoft Montreal. Das von Ubisoft vertriebene Spiel kostet rund im Online-Handel rund 40 Euro. (Michael Voregger/AP)