Myspace ändert Vermarktungsstrategie: 

netzeitung.deErst gezockt, dann mit Werbung vollgepackt

 Herausgeber: netzeitung.de

Das soziale Netzwerk Myspace will bald auch in urheberrechtlich geschützten Videos werben. Mit Viacom wurde schon ein erster Kooperationspartner gewonnen, der damit neue Wege geht.

Das Internet-Netzwerk Myspace will mit dem Vertrieb urheberrechtlich geschützter Videos von Filmstudios und TV-Sendern Geld verdienen. Die Tochterfirma des Medienriesen News Corporation von Rupert Murdoch werde mit einem Filter den Ursprung aller hochgeladenen Dateien identifizieren und in die Filme Werbung einfügen.

Bislang löschte das Netzwerk raubkopierte Inhalte auf Antrag der Rechteinhaber von der Website, wenn diese ohne Erlaubnis eingestellt wurden. Der Musiksender MTV aus dem Viacom-Konzern hat nach US-amerikanischen Medienangaben angekündigt, mit Myspace zu kooperieren. Den Berichten zufolge teilen sich die Rechteinhaber und Myspace den Umsatz.

Bei der Identifizierung der Inhalte setzt Myspace auf Technologie der Firma Auditude. Das Unternehmen aus Kalifornien hat nach eigenen Angaben rund 1,2 Milliarden Minuten Film und Fernsehen ausgewertet und daraus digitale Signaturen erstellt. Damit sollen bei Myspace hochgeladene Inhalte abgeglichen werden. Dies soll in den nächsten Wochen beginnen. Myspace erklärte, mit anderen Medienunternehmen seien ähnliche Abkommen geplant.

Der Internet-Konzern Google setzt auf seinem Video-Portal Youtube eine ähnliche Technologie ein. Über die Erkennungsquote und erzielte Werbeerlöse ist derzeit nichts bekannt. Das Abkommen bedeutet für Viacom eine Abkehr vom bisherigen Umgang mit raubkopierten Inhalten im Internet. Der MTV-Mutterkonzern hatte Youtube-Inhaber Google noch 2007 wegen Urheberrechtsverletzungen verklagt und eine Milliarde Dollar Schadenersatz verlangt.

Auf Myspace können sich Nutzer vernetzen, Nachrichten austauschen und Musik empfehlen. Die Plattform ermöglicht zudem das Hochladen von Videos. Im September hat das Portal in den USA einen Musikdienst gestartet. Weltweit sind rund 120 Millionen Mitglieder registriert. (dpa/AP)