Doch die Euphorie schmälern solche Einschränkungen nicht, genauso wenig wie die Ängste. Zu Wort melden sich derzeit auch Experten, denen zufolge die Revolution des Buchmarktes recht blutig ablaufen wird. Häufig wird der Vergleich zur Musikindustrie gezogen, die durch den illegalen Tausch von Musik-Dateien im Internet massive Umsatzeinbrüche erlitten hat. Musikmanager wie Tim Renner und Viva-Gründer Dieter Gorny geben deshalb nicht ganz ohne Häme gute Ratschläge in diesen Tagen. Schneller solle die Buchproduktion werden, empfiehlt etwa Renner, Neuheiten sollten sofort nach dem Lektorat ins Netz gestellt werden.Dabei kann gerade der Vergleich mit der Musikindustrie die Buchbranche eher beruhigen. Geld wird im Musikgeschäft trotz der Krise beispielsweise mit Liebhaber-Ausgaben verdient: Das gleiche Album, das bei iTunes für 9,99 Euro runtergeladen werden kann, gibt es auf CD inklusive Konzert-Video für rund 30 Euro.
Eine solche Diversifizierung kennt der Buchhandel seit jeher: das billige Taschenbuch neben der teuren Sonderedition. Verlage sollten sich fragen, wie dieses Konzept auf die E-Books übertragen werden kann. Und wie sie damit umgehen wollen, dass es vielleicht auch eine gesteigerte Nachfrage nach qualitativen, schönen Papier-Büchern geben könnte.
Mit freundlicher Genehmigung übernommen aus der Berliner Zeitung.
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