Neue Webseite visualisiert Weingeschmack:
Hicks! – Feine Weine online
10. Okt 2008 14:01
 |  Wann ist endlich Feierabend?: Aromicon.com | Screenshot: nz |
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Woher kommt er? Zu welchem Essen passt er? Wie schmeckt er anderen? Alles rund um den Wein bietet die neue Webseite Aromicon.com. Und sie schenkt noch einen ein: Man kann sich den Geschmack des Weines auch optisch anzeigen lassen.
Jeden Tag hagelt es einem den E-Mail-Posteingang mit PR-Ankündigungen für neue Webseiten voll, und neun von zehn sind so überflüssig wie Kopfschmerzen nach zu viel Alkohol. Umso schöner, wenn die zehnte dann ein Volltreffer ist. Und das ist die neue Wein-Seite Aromicon.com in der Tat.
Hier hat mal jemand nicht einfach die erstbeste Idee gleich online gestellt, sondern in liebevoller Kleinarbeit eine Webseite erstellt, auf der irgendwann einmal kaum eine Frage rund um Wein, Rebe und Traube unbeantwortet bleiben wird. Die Seite ist seit dem 7. Oktober der Öffentlichkeit zugänglich, schon jetzt aber sieht man, wie viel Arbeit und Kreativität darin stecken.Aromicon ist Suchmaschine, Katalog, Wein-Wiki und Weblog in einem. Man kann nach einer Traubenart ebenso gut suchen wie nach einem Flaschenwein, die Suchmaschine wirft auch Antworten auf Fragen nach Weinregionen und -Aromen aus.
Gesucht, gefunden, fast geschmeckt
Derzeit folgen beispielsweise der Eingabe des Suchbegriffes «Pinot Grigio» sieben Treffer, die auf einzelne Flaschenweine verweisen. Der erste Treffer lautet «Pinot Grigio DOC 2006 / Le Carline –Biowein, Weißwein/trocken Le Carline (Italien → Venetien), Honigmelone, Heublume, Apfel, grün». Daneben gibt es auch gleich einen Hinweis auf den Preis und einen Direktlink zum Händler.
 |  Lurton Syrah Rouge 'Les Bateaux' schmeckt nach Brombeere, Erdbeere, Mandel, Kaffee und Bitterschokolade | Screenshot: nz |
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Angezeigt wird auch, zu welchem Essen der Wein passt. In diesem Fall scheinen Pasta und Meeresfrüchte besonders geeignet zu sein. Besonders schön aber ist die Visualisierung des Weingeschmacks: Mit einem Klick werden animierte Honigmelonen, Heublumen und ein Apfel sichtbar, wobei die nebenstehende Erklärung Honigmelone und Heublume als Haupt- und den Apfel als Nebenaroma angibt. Beim Ansehen meint man für kurze Zeit, einen Hauch des Geschmacks im Mund zu verspüren
Die Banane im Chablis
Auch die Suche nach einem Chablis zieht sieben Treffer nach sich, wobei der Geschmack des ersten - Roux Père & Fils Chablis AOC (2005) – wiederum optisch ansprechend präsentiert wird. Die Nebenaromen Banane, Aprikose und Nuss steigen immer wieder vom Boden eines Weinglases nach oben auf. Sie sind dabei so elegant, wenn auch ein wenig zu schnell, dass man glatt die naheliegende Frage, was denn die Banane im Chablis macht, wieder vergisst.Alf Jahn, Gründer und Geschäftsführer von Aromicon sagt, bisher könnten allein die Weinhändler beschreiben, wie welcher Wein schmeckt. Ende des Jahres sollen auch die Nutzer der Webseite den Geschmack der Weine in ihren Worten formulieren und/oder mit einem einfachen Klick auf das Visualisierungswidget sichtbar machen können. «Geplant sind außerdem ein Forum und der einfache Versand von Nachrichten über unsere Webseite», ergänzt Jahn.
Registrieren oder nicht
Wer das tun will, wird sich allerdings registrieren müssen, was aber einfach funktioniert und kostenlos ist. Man kann die Webseite auch ohne Registrierung nutzen, nur veröffentlichen kann man dort dann nichts.
Auch jenseits des Weinwissens und -handels ist Aromicon interessant. Die Seite ist attraktiv gestaltet, bietet eine klare Struktur und spricht den Besucher vor allem in einem Bereich an: Man bekommt unweigerlich Durst.
Für das Web ediert von Maik Söhler