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Geolokalisierung per Browser: 

Firefox spürt seine Nutzer auf

10. Okt 2008 11:19
Gefunden: Geode zeigt einem allerlei Nützliches an
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Mal nicht Google, sondern Mozilla experimentiert mit einem ortsbasierten Dienst: Das Firefox-Plugin Geode kann den Aufenthaltsort des Nutzers feststellen und schickt ihm Angebote auf den Bildschirm. Doch das birgt Probleme. Mit Video

Wer mit dem iPhone durch die Stadt spaziert, braucht nicht zu befürchten, sich zu verlaufen: Durch einen eingebauten GPS-Satellitennavigationschip fungiert das Handy zugleich als Navigationsgerät. Und nicht nur das: Auch das nächste Restaurant, Kino oder Hotel erscheint auf dem Display.

Mozilla hat nun einen ähnlichen Dienst für den Computer kreiert – genauer gesagt für die kommende Version 3.1 des Open-Source-Browsers Firefox. Die Zusatzsoftware Geode erlaubt Websites, per Javascript den Aufenthaltsort des Nutzers abzufragen. Die Geodaten können beispielsweise aus den verfügbaren Wlan-Netzen oder von Mobilfunksendemasten stammen.

Von Lokalnachrichten bis zu Restaurant-Tipps

Vor der ersten Anwendung bestimmt der Nutzer, welche Seiten Zugriff auf seine Daten erhalten. Außerdem kann er zwischen vier Optionen auswählen, wie genau der Standort ermittelt werden soll: «Exakt», «Nachbarschaft», «Stadt» oder «Nichts».

Hat die Positionsbestimmung funktioniert, kann Mozilla darauf abgestimmte Informationen übermitteln – etwa Lokalnachrichten, Wetterberichte, Sehenswürdigkeiten oder Veranstaltungshinweise. Praktisch ist das zum Beispiel für Reisende mit Laptops.

Wie das IT-Portal «Golem» berichtete, ist das aber längst nicht die einzige Zielgruppe von Mozilla: Ein RSS-Reader könne demnach erkennen, ob ein Nutzer zuhause oder bei der Arbeit ist und die abgefragten Quellen entsprechend anpassen.

Kritik vom Datenschützer

Obwohl inzwischen viele Wikipedia-Einträge oder Youtube-Videos Standortdaten enthalten, sind es laut «Chip Online» immer noch sehr wenige Webites, die den Lokalisierungsdienst unterstützen. Den Userkommentaren im Mozilla Labs-Blog lässt sich außerdem entnehmen, dass Linux-Nutzer Probleme bei der Installation hatten. Am Freitagvormittag funktionierte der Download-Link auch unter Windows nicht.

Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter des Landes Schleswig Holstein, schaut ohnehin kritisch auf den neuen Service. Immerhin sei damit ein Erstellen vollständiger Bewegungsprofile möglich: «Man kann ortsbasierte Services datenschutzkonform betreiben. Dazu ist notwendig, dass sämtliche Beteiligte informiert werden». Nach deutschem Recht müssten die Nutzerangaben stets anonymisiert werden. Daran hielten sich aber viele US-Anbieter nicht und kombinierten Ortsangaben mit Profildaten, so Weichert.

Nach Angaben des IT-Portals «Winfuture» ist Geode bereits das dritte größere Plugin-Projekt bei Mozilla. Unter anderem werde derzeit ein Add-on entwickelt, das verschiedene Messaging-Funktionen in den Browser integriert. Nutzer von Firefox 3 können die Ortungs-Funktion bereits jetzt nachrüsten. (nz)

Video: Satire zur Lokalisierung mit Google Maps


 
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