Dresden als europäische Hauptstadt der Mikroelektronik:
Wo «elektronisches Papier» produziert wird
18.09.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Geschäftsführer Konrad Herre sagte, geplant sei zunächst die Produktion von mehreren hunderttausend Stück pro Jahr. Eine Ausweitung auf mehrere Millionen sei technisch kein Problem. Das Unternehmen erwartet, dass die Nachfrage mittelfristig kräftig steigt. «Wir werden eine wahre Explosion erleben», erklärte Archuleta. Denkbar sei, dass Schüler und Studenten schon bald keine Bücher mehr schleppen müssten.
Branchenexperten erwarten, dass 2015 mit mobilen Lesegeräten weltweit ein Umsatz von mehr als 20 Milliarden Euro erzielt wird. Plastic Logic rechnet zunächst vor allem bei Geschäftsleuten mit einer großen Nachfrage. Wie es hieß, können mit der neuen Technik ganze Gesetzessammlungen oder umfangreiche Firmenunterlagen problemlos gespeichert und stets aktualisiert werden, insgesamt rund 20.000 Seiten.
Darstellungen und Texte könnten auch bei direktem Lichteinfall noch gut gelesen werden, hieß es. Wegen ihres geringen Stromverbrauchs müssten sie nur alle paar Wochen aufgeladen werden. Im Gegensatz zu anderen Lösungen seien die neuen Plastik-Displays besonders robust und sehr leicht, betonte Herre. Wie viel die Lesegeräte kosten sollen, will das Unternehmen erst Anfang 2009 bekanntgeben. Im Gespräch sind mehrere hundert Euro. In jedem Fall werde der Preis unter 1.000 Euro liegen, hieß es.
Die Firma Plastic Logic war vor acht Jahren von Forschern im englischen Cambridge gegründet worden, Hauptsitz ist in Mountain View in Kalifornien. Dresden hatte sich im Rennen um die Ansiedlung gegen Konkurrenz aus aller Welt durchgesetzt. Bislang beschäftigt das Unternehmen in der sächsischen Landeshauptstadt knapp 100 Mitarbeiter. (AP)

