Vor der Fotomesse Photokina in Köln:
Photokina mit Digitalfotos zum Anfassen
17.09.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Der Touchscreen kommt meist bei Kompaktkameras zum Einsatz, die die Bedienung so einfach wie möglich halten. Zu ihnen gehört die NV100 HD von Samsung mit einem Drei-Zoll-Bildschirm und einer Auflösung von 14,7 Megapixel. Ebenso groß ist der berührungsempfindliche Monitor der Kodak EasyShare V1273 mit zwölf Megapixel zum Preis von rund 300 Euro. Wer Fingerabdrücke auf dem Display fürchtet, kann dieses alternativ auch mit einem Stift bedienen wie bei der DC T850 von BenQ mit acht Megapixel zum Preis von etwa 190 Euro.
Damit keine Fotos mehr verwackeln, werden einige Kompaktkameras mit einem speziellen Bildstabilisator ausgestattet. So verfügt die Olympus mju 1060 über einen Kreiselsensor, der Kamerabewegungen registriert und die Position des Sensors entsprechend anpasst. Die Zehn-Megapixel-Kamera mit Siebenfachzoom kostet 329 Euro.
Weil Optik und Sensortechnik schon weit gediehen sind, werden leichte Bedienung und Design bei den Kompaktkameras immer wichtiger. Ein Beispiel dafür ist etwa die Canon PowerShot E1, die der Hersteller bei einem Preis von 190 Euro als «Hingucker im Stil der fünfziger Jahre» sowie als «stylischen Begleiter in allen Lebenslagen» präsentiert.
Die digitalen Spiegelreflexkameras stellen bereits einen Anteil von elf Prozent aller verkauften Kameras. Weil sie zumeist deutlich teurer sind als die kompakten, liegt ihr Umsatzanteil bei 36 Prozent. Einen entsprechend heftigen Wettbewerb in diesem Markt liefern sich Nikon und Canon; mit im Spiel sind aber auch weitere Hersteller wie Sony, Olympus, Fujifilm, Samsung oder Panasonic.
Nikon präsentiert auf der Messe die D90 als erste Spiegelreflexkamera mit integrierter Videofunktion - dies war bislang die Domäne der Kompaktkameras. «Mit dieser Kamera kann man schnell mal draufhalten, um eine Videosequenz aufzunehmen», sagt Nikon-Sprecher Markus Hillebrand.
An der Schwelle zur Profiklasse befindet sich die D700 von Nikon, die zum Preis von 2.600 Euro einen Vollformat-Sensor hat und damit die Lichtgrenze in der Available-Light-Fotografie noch höher setzt. Canon kontert unter anderem mit der EOS 50D, bei der ein neuer Prozessor (Digic 4) die Detailzeichnung und Schärfe der Aufnahme verbessert und die Leistung von Serienaufnahmen auf 6,3 Bilder pro Sekunde erhöht. Die 15,1-Megapixel-Kamera kommt für 1300 Euro (ohne Objektiv) in den Handel.
Für das schnelle «Foto-Blogging» werden Kameras mit möglichst direkter Internet-Anbindung gebracht. Das leistet etwa die Nikon P6000 als erste Hobby-Kamera mit eingebautem Ethernet-Anschluss. Über ein übliches Lan-Kabel, etwa vom heimischen DSL-Anschluss aus, kann man mit dieser 13,5-Megapixel-Kamera Fotos direkt ins Netz schicken, etwa zum Nikon-Bilderportal «My Picturetown». Da die Kamera mit einem Preis von 499 Euro auch über einen integrierten GPS-Empfänger verfügt, können die Fotos auch auf Online-Landkarten angezeigt werden.
Etwas häufiger kommen bereits Wlan-Verbindungen von der Kamera zum Funknetz zum Einsatz. Die Nikon S610c zum Preis von 319 Euro unterstützt den WPS-Standard (Wi-Fi Protected Setup), der den Aufbau einer gesicherten Verbindung unterstützt. Gebremst wird die Leistung leider noch zu oft von der begrenzten Batterieleistung. Hier gebe es Jahr für Jahr lediglich eine Verbesserung um etwa zehn Prozent, sagt Adobe-Experte Story.

