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Vor der Fotomesse Photokina in Köln: 

Photokina mit Digitalfotos zum Anfassen

17. Sep 2008 07:45
Der Kölner Dom auf dem Bildschirm einer Digitalkamera
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Am 23. September beginnt in Köln mal wieder die Photokina. Digitalkameras sind beliebter denn je, der Trend geht auch hier zum Touchscreen. Für Foto-Blogger werden immer mehr Kameras mit einem Ethernet-Anschluss ausgestattet.

Was für das iPhone gut ist, kann auch für die Digitalkamera nicht schlecht sein: Auf der am Dienstag nächster Woche beginnenden Photokina in Köln liegen Kameras mit einem berührungsempfindlichen Bildschirm voll im Trend.

«Die Kameras werden kleiner, handlicher, multifunktionaler», sagt Rainer Schmidt vom Photoindustrie-Verband. Die Branche freut sich über eine weiterhin hohe Nachfrage; im ersten Halbjahr stieg die Zahl der verkauften Kameras um sechs Prozent. In den besten Zeiten der analogen Fotografie wurden in Deutschland um 1990 etwa fünf Millionen Kameras verkauft, in diesem Jahr sind es voraussichtlich neun Millionen.

Der Touchscreen kommt meist bei Kompaktkameras zum Einsatz, die die Bedienung so einfach wie möglich halten. Zu ihnen gehört die NV100 HD von Samsung mit einem Drei-Zoll-Bildschirm und einer Auflösung von 14,7 Megapixel. Ebenso groß ist der berührungsempfindliche Monitor der Kodak EasyShare V1273 mit zwölf Megapixel zum Preis von rund 300 Euro. Wer Fingerabdrücke auf dem Display fürchtet, kann dieses alternativ auch mit einem Stift bedienen wie bei der DC T850 von BenQ mit acht Megapixel zum Preis von etwa 190 Euro.

Größere Bildschirme

Ein weiterer Trend sind die immer größeren Bildschirme der Kameras, die oft schon die gesamte Rückseite des Geräts einnehmen. Die DSC T-700 von Sony gehört mit 3,5 Zoll zu den Touchscreen-Kameras mit den größten Monitoren. Dabei ist auch auf die Auflösung des Monitors zu achten, die bei dem Sony-Modell zum Preis von 380 Euro in 921.600 Bildpunkten angegeben wird - das bedeutet eine weitaus schärfere Darstellung als bei den üblichen Displays mit 230.000 Bildpunkten.

Damit keine Fotos mehr verwackeln, werden einige Kompaktkameras mit einem speziellen Bildstabilisator ausgestattet. So verfügt die Olympus mju 1060 über einen Kreiselsensor, der Kamerabewegungen registriert und die Position des Sensors entsprechend anpasst. Die Zehn-Megapixel-Kamera mit Siebenfachzoom kostet 329 Euro.

Weil Optik und Sensortechnik schon weit gediehen sind, werden leichte Bedienung und Design bei den Kompaktkameras immer wichtiger. Ein Beispiel dafür ist etwa die Canon PowerShot E1, die der Hersteller bei einem Preis von 190 Euro als «Hingucker im Stil der fünfziger Jahre» sowie als «stylischen Begleiter in allen Lebenslagen» präsentiert.

Spiegelreflexkamera mit Videoaufzeichnung

Fotografen, die höhere Ansprüche an ihr Hobby stellen, bevorzugen eine digitale Spiegelreflexkamera zum Amateurpreis. Inzwischen werden nach Angaben Schmidts etwa doppelt so viele Spiegelreflexkameras verkauft wie in der analogen Ära. «Da ist enormer Zug drin», sagt Branchenexperte Schmidt.

Die digitalen Spiegelreflexkameras stellen bereits einen Anteil von elf Prozent aller verkauften Kameras. Weil sie zumeist deutlich teurer sind als die kompakten, liegt ihr Umsatzanteil bei 36 Prozent. Einen entsprechend heftigen Wettbewerb in diesem Markt liefern sich Nikon und Canon; mit im Spiel sind aber auch weitere Hersteller wie Sony, Olympus, Fujifilm, Samsung oder Panasonic.

Nikon präsentiert auf der Messe die D90 als erste Spiegelreflexkamera mit integrierter Videofunktion - dies war bislang die Domäne der Kompaktkameras. «Mit dieser Kamera kann man schnell mal draufhalten, um eine Videosequenz aufzunehmen», sagt Nikon-Sprecher Markus Hillebrand.

Amateur oder Profi?

In Verbindung mit verschiedenen Objektiven eröffnen sich aber auch neue kreative Möglichkeiten für bewegte Bilder. Die D90 bietet zum Preis von etwa 970 Euro eine Auflösung von 12,3 Megapixel und verabschiedet sich von der bei Spiegelreflexkameras sonst üblichen Compact-Flash-Karte: Die Bilder werden jetzt auf einer SD-Karte gespeichert.

An der Schwelle zur Profiklasse befindet sich die D700 von Nikon, die zum Preis von 2.600 Euro einen Vollformat-Sensor hat und damit die Lichtgrenze in der Available-Light-Fotografie noch höher setzt. Canon kontert unter anderem mit der EOS 50D, bei der ein neuer Prozessor (Digic 4) die Detailzeichnung und Schärfe der Aufnahme verbessert und die Leistung von Serienaufnahmen auf 6,3 Bilder pro Sekunde erhöht. Die 15,1-Megapixel-Kamera kommt für 1300 Euro (ohne Objektiv) in den Handel.

Ethernet-Anschluss fürs Foto-Blogging

Gefragt ist auf der Photokina alles, was Hobby-Fotografen dabei unterstützt, ihre Aufnahmen mit anderen zu teilen. «Sie wollen ihre im Computer gefangenen Fotos befreien», sagt Adobe-Manager Dave Story. «Es ist ein grundlegendes menschliches Bedürfnis zu teilen und mitzuteilen, was im eigenen Leben geschieht.»

Für das schnelle «Foto-Blogging» werden Kameras mit möglichst direkter Internet-Anbindung gebracht. Das leistet etwa die Nikon P6000 als erste Hobby-Kamera mit eingebautem Ethernet-Anschluss. Über ein übliches Lan-Kabel, etwa vom heimischen DSL-Anschluss aus, kann man mit dieser 13,5-Megapixel-Kamera Fotos direkt ins Netz schicken, etwa zum Nikon-Bilderportal «My Picturetown». Da die Kamera mit einem Preis von 499 Euro auch über einen integrierten GPS-Empfänger verfügt, können die Fotos auch auf Online-Landkarten angezeigt werden.

Etwas häufiger kommen bereits Wlan-Verbindungen von der Kamera zum Funknetz zum Einsatz. Die Nikon S610c zum Preis von 319 Euro unterstützt den WPS-Standard (Wi-Fi Protected Setup), der den Aufbau einer gesicherten Verbindung unterstützt. Gebremst wird die Leistung leider noch zu oft von der begrenzten Batterieleistung. Hier gebe es Jahr für Jahr lediglich eine Verbesserung um etwa zehn Prozent, sagt Adobe-Experte Story.

Dass hingegen immer mehr Megapixel für den Hobbyfotografen wenig sinnvoll sind, hat sich inzwischen herumgesprochen. Bei Profikameras jedoch werden die Grenzen der Sensortechnik noch weiter hinausgeschoben: Die Hasselblad H3DII-50 hat einen 36 mal 48 mm großen Sensor, der doppelt so groß ist wie bei üblichen Spiegelreflexkameras und eine Auflösung von 50 Megapixel erreicht. (Peter Zschunke/AP)
 
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