50 Jahre Mikrochips:
Ein Schaltkreis, der die Welt beschleunigte
12.09.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Mit dem Problem dieser «Tyrannei der großen Zahl» habe sich Kilby im Sommer 1958 beschäftigt, als er als Neuling bei Texas Instruments keinen Urlaub machen durfte und das Labor für sich allein hatte, erzählt der Präsident des Hightech-Verbandes Bitkom, August-Wilhelm Scheer. Kilby gelang es, Transistoren, Widerstände und Kondensatoren auf einem winzigen Halbleiterbauteil zu vereinigen, dem ersten integrierten Schaltkreis (IC).
Am 12. September 1958 präsentierte er die Urmutter aller Mikrochips der Öffentlichkeit. Kilby erhielt dafür im Jahr 2000 den Physik-Nobelpreis. Unabhängig von Kilby entwickelte etwa zur gleichen Zeit auch Robert Noyce, der spätere Mitgründer des Chip-Riesen Intel, den IC.
Moderne integrierte Schaltungen sind fast überall zu finden. Als Mikroprozessoren sind sie die Rechenhirne des Computers zu Haus und im Büro, Speichermodule sind der Arbeitsspeicher, eine Art Kurzzeitgedächtnis, des PC. Die Bauelemente kommen auch in Handys, MP3-Playern, elektronisch gesteuerten Maschinen oder Autos mit intelligenter Fahrzeugtechnik zum Einsatz, wie Bitkom erläutert.
Kilby legte mit seiner Erfindung den Grundstein für eine boomende Industrie. Der weltweite Markt für Mikrochips wird nach Angaben von Bitkom im Jahr 2008 voraussichtlich ein Volumen von knapp 161 Milliarden US-Dollar erreichen, vier Prozent mehr als im Vorjahr. (Joachim Sondermann/AP)

