Googles neuer Browser: 

netzeitung.deChrome räumt in vollem Tempo ab

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Googles neuer Browser 

Lupe Chrome räumt in vollem Tempo ab

Er steht erst seit vier Tagen zum Download bereit, hat aber schon jetzt den Konkurrenten Opera von Platz Vier der Browserstatistik verdängt: Vom Erfolg des neuen Browsers Chrome ist selbst Google überrascht.

Vor allem eines schätzen viele Nutzer an Googles seit Dienstagabend zur Verfügung stehendem Browser: seine Geschwindigkeit. Beim Laden von Webseiten, dem Download-Tempo und dem Abspielen von Filmen ist Chrome deutlich schneller als die Konkurrenz. Und ganz nebenbei scheint das auch für die Statistiken der Browsernutzung zu gelten.

Das US-Webunternehmen Net Applications hat nach Angaben des IT-Portals PC Welt ermittelt, der Marktanteil von Chrome sei allein in den ersten 24 Stunden von Null auf 1,48 Prozent gestiegen. Neuere Zahlen liegen nicht vor und auch Google-Sprecher Kay Oberbeck mag auf Anfrage der Netzeitung keine nennen.

Nach den Daten von Net Applications hätte Chrome damit die Nutzerzahlen von Netscape und Opera nicht nur eingeholt, sondern gleich verdoppelt. Den Marktanteil von Opera schätzt das US-Unternehmen auf 0,74 Prozent, den von Netscape auf 0,72 Prozent. Das irische Unternehmen StatCounter habe die Nutzerzahlen von Chrome bestätigt, schreibt die PC-Welt und verweist darauf, dass viele neue Chrome-Nutzer vor allem am Wochenende hinzukommen könnten.

Google ist verblüfft
Googles Sprecher Oberbeck mag solche Spekulationen nicht. Er sei, wie auch das gesamte Unternehmen, allerdings von der Rezeption in der Öffentlichkeit verblüfft: «Das überwältigende Interesse, vor allem das mediale, hat uns schon überrascht.» Derzeit arbeite man an Chrome-Versionen für Linux und Mac. Ob der neue Browser auch ein Bestandteil von Googles fürs zweite Halbjahr 2008 angekündigte Handy-Betriebssystem Android sein werde, könne er nicht sagen.

Indes rätselt die Fachwelt, welchem Browser Chrome wohl am stärksten Konkurrenz machen werde. Das US-Portal TG Daily meint, Chrome ziele vor allem auf Microsofts Internet Explorer (IE) und darüber hinaus auch auf die gesamte Windows-Software, da Chrome auch die Nutzung webbasierter Programme zur Text- und Bildverarbeitung sowie der Tabellenkalkulation vereinfache.

Über Chrome trete somit Googles Webdienst Apps gegen Microsofts Software-Paket Office an. Die Frage sei nun, wie sich Apple verhalte. Die PC-Welt vermutet dagegen, der Google-Browser könne unangenehme Folgen für Mozillas Firefox haben. Firefox-User seien nun mal experimentierfreudiger als User des IE.

Netscape-Gründer von Chrome beeindruckt
Im Interview mit dem US-Fachportal GigaOM zeigt sich indes Marc Andreessen, der den einstigen Marktführer im Browserbereich, Netscape Communications, gründete, von Chrome beeindruckt. Der Start des Browsers sei ein außergewöhnliches Ereignis, begeistert sei er vor allem von den Desktop-Applikationen, der Geschwindigkeit und den JavaScript-Anwendungen.

«Microsoft kann gute Produkte herstellen, wenn sie es wollen», so Andreessen weiter. Im sogenannten «ersten Browserkrieg» hatte Microsoft von Mitte der neunziger Jahre an den bis dahin populärsten Browser Netscape in den Bereich der Bedeutungslosigkeit verdrängt. Nach Ansicht Andreessens müssen nun Microsoft und Mozilla ihre Pläne zur Erneuerung der jeweiligen hauseigenen Browser beschleunigen.

Für das Web ediert von Maik Söhler