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Computer für PC-Gamer: 

Der will doch nur spielen

03. Sep 2008 15:19
Computerspieler auf der Games Convention 2008
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Ein neues Spiel wurde erworben, doch der alte Rechner kommt damit nicht klar. Was nun – aufrüsten, einen neuen PC anschaffen oder ihn selbst nach den eigenen Bedürfnissen zusammenbauen? Ein kleiner Überblick.

Spielen gilt als unbeschwerte Angelegenheit. In den vergangenen Jahren hat der Begriff «spielen» allerdings einen Wandel durchgemacht: Er wird immer häufiger im Zusammenhang mit dem Computer gebraucht. Und während immer mehr Menschen den PC für digitale Scharmützel nutzen, hat das Spielen an Unbeschwertheit verloren. Denn abhängig von den favorisierten Titeln müssen Spielefans bisweilen eine Stange Geld für den passenden Rechner ausgeben, und das immer wieder.

Schließlich ist nicht jeder Computer ab Werk für Spielereien geeignet. Zum anderen steigen die Anforderungen an die Hardware regelmäßig an. Vor dem Kauf eines Computers gilt es daher, ein paar grundsätzliche Überlegungen anzustellen: Muss es eine leistungsstarke Maschine sein, die virtuelle Welten in atemberaubender Grafik darstellen kann, oder reicht ein einfacher PC zum Surfen?

«Die meisten Leute brauchen keinen Rechner mit den allerneuesten Prozessoren und Grafikkarten», sagt Michael Wolf von der Stiftung Warentest in Berlin. Anders sieht es für eingefleischte Spieler aus: Wer einigermaßen mit der technischen Entwicklung der Software Schritt halten und daher ein zukunftssicheres Gerät erwerben will, sollte recht genau auf die einzelnen Komponenten achten.

Komplett-PC oder Bauteile?

Die Vorlieben in diesem Zusammenhang sind unterschiedlich: Es gibt Spieler, die am liebsten jedes Teil einzeln kaufen und den Rechner selbst montieren. Auf der anderen Seite stehen Gamer, die hohe Computerleistung, aber wenig Aufwand wollen. Für technisch nicht so Versierte sollte die Eingruppierung allerdings leicht fallen: «Zu empfehlen ist grundsätzlich ein Komplett-PC», sagt Daniel Visarius von der in München erscheinenden Zeitschrift «GameStar». Wer den Rechner selbst zusammenbaut, habe zwar mehr Freiheiten bei der Auswahl der Komponenten. Auf der anderen Seite stehen der erhöhte Aufwand und auch die Möglichkeit, Fehler zu begehen.

Beim Kauf eines kompletten Rechners ist allerdings auch etwas Vorwissen notwendig. «Man muss genau schauen, was in dem Ding drin ist», sagt Visarius. Das gilt vor allem für die Grafikkarten: So könne eine Grafikkarte mit 1024 Megabyte (MB) Arbeitsspeicher im Angebotsrechner womöglich nicht mit einem hochwertigen Modell mithalten, das nur 512 MB aufweist. Das auf den ersten Blick schwächere Modell arbeite in Spielen «mindestens fünfmal schneller». Aktuelle Tests online und in Zeitschriften geben Orientierung.

Das Problem Grafikkarte

Wer angesichts des großen Angebots an Grafikkarten überfordert ist, kann sich an einem Tipp von Heiko Tomfelde halten: «Eine Highend-Grafikkarte der letzten, also nicht der allerneuesten Generation ist immer die beste Wahl», sagt der Geschäftsführer des Spiele-Entwicklers Ascaron in Gütersloh. Der schnelle Wechsel der Karten-Generationen führt bei solchen Modellen zu vergleichsweise günstigen Preisen - gleichzeitig gibt es einigermaßen Sicherheit in Hinblick auf die Spieltauglichkeit. «Die aktuellen Spiele sind in der Regel auf solchen Karten entwickelt worden.»

Neben der Grafikkarte sind vor allem der Computerprozessor und der Arbeitsspeicher (RAM) zu beachten. Laut Daniel Visarius sollen es auf jeden Fall zwei Gigabyte (GB) RAM sein - in Hinblick auf die Zukunftssicherheit sind vier GB keine falsche Wahl. Und wer nicht allzu sparsam ist, dem empfiehlt Visarius, nach einem Prozessor auf der Ebene eines Core 2 Quad Q9300 Ausschau zu halten.

Heute neu, morgen von gestern

Manche Spielezeitschriften veröffentlichen monatlich Ausstattungsbeispiele für Rechner verschiedener Preiskategorien. So wurde zuletzt etwa bei einem 500-Euro-PC die Kombination aus dem Prozessor Athlon 64 X2/6000+, 2 GB RAM und der Grafikkarte Sparkle GF 8800 GT/512 MB empfohlen. Für 1000 Euro gab es einen Core 2 Quad Q9300 Boxed mit 4 GB RAM und einer Sapphire Radeon HD 4870/512 MB. Die aufgelisteten Kombinationen sollten sich zu entsprechenden Preisen für das Gesamt-System auch beim örtlichen PC-Händler ordern und montieren lassen - damit das Spielen wirklich wieder eine unbeschwerte Sache ist.

Ein heute als leistungsstark geltender Spiele-Rechner bleibt nicht für alle Zeiten auf höchstem Niveau. Laut Daniel Visarius muss der Gamer meist schon in absehbarer Zeit erste Abstriche machen: Wenn heute alle aktuellen Spiele mit dem Gerät auf höchster Detailstufe gespielt werden können, dürfte schon in einem halben Jahr das erste Spiel der nächsten Generation erscheinen, bei dem nicht mehr alles auf Maximum gedreht werden kann. Spätestens in einem Jahr wird dies dann in der Regel für mehrere neue Spieltitel gelten. (Heiko Haupt/dpa)

 
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