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Alternativen zum eigenen Auto: 

Sicher und günstig: Mitfahrportale im Internet

05. Sep 2008 15:35
Reinklicken und abfahren: Mitfahrportale im Internet
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Angesichts steigender Spritkosten und immer höherer Bahnpreise lohnt sich vor einer längeren Fahrt der Blick ins Internet. Mitfahrportale gibt es viele - von groß bis klein und für Mensch bis Tier. Ein kleiner Überblick.

Demnächst muss Felix Herzog wegen eines Jobs von Hamburg nach Köln fahren. Ein eigenes Auto hat er nicht, und auch die Bahncard des Studenten bleibt dieses Mal ungenutzt: «Ich nutze eine Mitfahrgelenheit, die buche ich online.» Immer mehr vor allem junge Menschen nutzen die Portale, über die man meist recht spontan an Plätze in Privatautos kommen oder selbst nach Mitfahrern suchen kann - kein Wunder, angesichts der hohen Spritpreise.

«Mitfahrzentralen sind eine gute Alternative zum eigenen Auto», sagt Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Für Besitzer einer Bahncard, sagt Felix Herzog, könne das Zug fahren zwar genauso günstig sein. Aber in vielen Fällen lohnt es sich mit Blick auf den Geldbeutel doch, bei einem der Portale nach jemandem zu suchen, der eine Fahrt von A nach B anbietet.

Hinzu kommt: Fahrgemeinschaften schonen die Umwelt. «Wenn man statt mit dem eigenen Auto zu fahren eine Mitfahrgelegenheit nutzt, wird der CO2-Ausstoß reduziert», sagt Daniel Kluge vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Berlin.

Nicht nur für Menschen

Anbieter gibt es etliche: Zwei bedeutende sind Mitfahrzentrale.de und Mitfahrgelegenheit.de. Ersterer hatte zuletzt rund 1,2 Millionen registrierte Nutzer, sagt Sprecher Javor Milev. Bei Letzterem waren es 780.000 - Tendenz jeweils den Betreibern zufolge steigend. Weitere Portale sind Citynetz-mitfahrzentrale.de, Drive2day.de oder Mifaz.de.

Auch für Berufspendler aus ländlichen Regionen gibt es Portale: Hinter Pendlernetz.de stehen dieselben Betreiber wie hinter Mitfahrzentrale.de. Ein auf Nordrhein-Westfalen beschränktes Angebot ist Nrw.pendlernetz.de. Daneben gibt es unter anderem das Angebot Frauenfahrgemeinschaft.de. Und Halter von Vierbeinern können unter Tier-mitfahrzentrale.de oder Mitfahrzentrale-fuer-tiere.de den Transport ihrer Schützlinge in andere Städte verabreden.

Die Anzahl der angebotenen Plätze kann von Portal zu Portal stark variieren. Wer zuletzt etwa bei Mitfahrgelegenheit.de für einen Freitag eine Mitfahrt von Hamburg nach Münster suchte und das drei Tage vorher eingab, erhielt 29 Angebote. Bei Mitfahrzentrale.de waren es vier. Manch anderes Portal förderte bei der testweisen Suche dagegen keinen einzigen Treffer zutage.

im Abo günstiger

Nutzer können immer entweder ein Gesuch aufgeben und warten, bis sich ein Fahrer mit einem freien Platz meldet. Oder sie suchen nach schon eingestellten Angeboten für die gewünschte Strecke. Felix Herzog durchstöbert lieber solche Angebote: «Da wird man meistens fündig». Das Suchen nach Mitfahrgelegenheiten ist ebenso wie das Einstellen von Gesuchen meist kostenlos.

Wer ausschließlich stöbern will, muss sich in der Regel nicht auf den Seiten anmelden. «Erst für den, der selbst ein Angebot oder ein Gesuch aufgeben will, ist das Registrieren Voraussetzung», sagt Javor Milev von Mitfahrzentrale.de. So halten es die meisten Anbieter.

Doch nicht alle Portale vermitteln kostenlos: Bei Citynetz-mitfahrzentrale.de etwa wird eine Gebühr fällig, die sich nach der Länge der Strecke richtet. Mitfahrzentrale.de bietet eine «Premium-Mitgliedschaft» an, die 2,99 Euro im Monat kostet. Dann sieht der Nutzer unter anderem die Telefonnummern der Inserenten - in der kostenlosen Variante gibt es nur die E-Mail-Adresse.

Fahrer und Mitfahrer bestimmen den Preis

Wie so oft existieren auch hier schwarze Schafe. Fragwürdig erscheint etwa die Praxis eines Anbieters, pro Monat 9,90 Euro Gebühren zu verlangen - für ein Jahr im Voraus. Auch ein Blick ins Impressum kann laut Verbraucherschützer Sieverding vor unseriösen Anbietern schützen: «Ist der Firmensitz in Honolulu, sollte man sich einen anderen Anbieter suchen.»

Felix Herzog kümmert sich immer erst recht kurz vor dem geplanten Termin um eine Mitfahrgelegenheit - und ist damit bisher im wahrsten Wortsinn immer gut gefahren: «Ein paar Tage vorher sind sogar mehr Angebote da als Wochen vorher. Die meisten wissen gar nicht früher, wann sie fahren wollen.» Ist ein Fahrer gefunden, rät der Student, mit ihm grundsätzlich einen genauen Treffpunkt zu vereinbaren.

Über den Preis müssen sich Fahrer und Mitfahrer selbst einigen. Manchmal geben die Fahrer bereits in ihrem Inserat an, wie viel Geld sie für die Strecke haben wollen. Zur besseren Orientierung haben manche Seiten Tarifrechner, die ungefähre Preise ermitteln.

Vorsorge für Ängstliche

Weder der Fahrer noch der Mitfahrer müssen sich Gedanken über den Versicherungsschutz machen: «Eine Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben. Bei einem Unfall gilt die Versicherung des Fahrers auch für alle Mitreisenden», erklärt Stephan Schweda vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin.

Wenn jemand als einziger Mitfahrer zusteigt oder ängstlich ist, empfiehlt sich etwas Vorsorge: «Man kann sich den Personalausweis zeigen lassen und die Adresse und Telefonnummer und auch das Kfz-Zeichen aufschreiben», sagt Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Die Daten gibt der Mitfahrer dann per Handy etwa an einen Freund weiter - am besten so, dass der Fahrer das auch mitbekommt. (Janne Terfrüchte/dpa)

 
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