02.09.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Szene aus einem Google-Comic zu Chrome Screenshot: nz
Screenshot: nz
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Google hat seinen Browser Chrome für Dienstag zum Download angekündigt. Die Fachpresse meint: «Ganz von vorne anfangen», «Eine komplette Software-Umgebung», «Google wirft Microsoft den Fehdehandschuh direkt ins Gesicht».
Google führt einen eigenen Browser ein und verschärft damit die Konkurrenz zu Microsoft. Das frei erhältliche Programm mit der Bezeichnung «Chrome» wird am Dienstag weltweit zum Download bereitgestellt, zunächst in einer Testversion (Beta). «Wir glauben, dass wir unseren Nutzern damit einen zusätzlichen Nutzen bieten und gleichzeitig die Innovation im Web vorantreiben», erklärte Google zu den Beweggründen des überraschenden Einstiegs auf dem Browser-Markt.
Dort hat der Internet Explorer von Microsoft bislang einen Marktanteil von etwa 75 Prozent, steht aber unter wachsendem Druck der Open-Source-Alternative Firefox, die bislang unter anderem auch von Google gefördert wurde. Geringere Anteile haben der Browser Opera, entwickelt von einer gleichnamigen Firma in Norwegen, und der Apple-Browser Safari.
Chrome soll nach Angaben von Google besonders gut geeignet sein für die Anzeige von dynamischen und interaktiven Inhalten. «Das Web wird mit mehr Optionen und Innovationen immer besser», erklärten die Google-Manager Sundar Pichai und Linus Upson in einem Beitrag für das Firmen-Blog. «Google Chrome ist eine weitere Option, und wir hoffen, dass es dazu beiträgt, das Web noch besser zu machen.»
Bei Microsoft sagte der für den Internet Explorer zuständige Manager Dean Hachamovitch, der Wettbewerb auf dem Browser-Markt nehme zu. Microsoft erwarte aber, dass sich sehr viele Nutzer für den neuen Internet Explorer 8 entscheiden würden. Von diesem Browser wurde in der vergangenen Woche eine zweite Testversion (Beta 2) vorgestellt. (nz/AP)
Und das meint die Fachpresse:
The Register«Eine frühe - vielleicht zu frühe - Veröffentlichung einer Comic (nicht wirklich)-Beschreibung von Chrome findet sich
hier. Der Gigant, überschäumend vor Optimismus, Megadollars und Kreativität, meint, die gängigen Browser seien für eine Welt voller dynamischer Webseiten (...) ungeeignet. »Wäre es nicht toll, ganz von vorne anzufangen ... und etwas zu kreieren, das auf den Bedürfnissen der aktuellen Webanwendungen und der User von heute beruht?«, sagt Google's Comicstrip Produkt-Manager, Brian Rakowski.»
Silicon Alley Insider«In einigen Jahren werden Sie nicht mehr Googles 'Browser' herunterladen. Sondern 'Googles Software' (oder vielmehr: Sie werden auf eine Reihe vorinstallierter Google-Icons klicken).
Im Besonderen könnte das eine Google-Software-Umgebung sein, die wie Windows vieles enthält: Einen Browser, Google Gears (Offline- und Online-Applikationen wie E-Mail, Instant Messenger, Chat etc.), eine Google Desktopsuche, Google Earth, eine Open-Source-Entwicklungsplattform usw.»
Ars Technica«Eine der beeindruckendsten technischen Neuheiten, die Google Chrome beigegeben hat, ist ein Multiprozess-Design. Jeder einzelne Browsertab funktioniert isoliert (...). Das könnte den Browser insgesamt robuster machen, da Fehler und Bugs in einem Tab nur dieses Tab, nicht aber den Browser zum Absturz bringen.»
Heise.de«Google wirft Microsoft den Fehdehandschuh direkt ins Gesicht und greift mit einem eigenen Web-Browser den Softwarekonzern auf vermeintlich angestammtem Gebiet an: Microsoft dominiert den Browsermarkt trotz wachsender Konkurrenz durch den immer populärer werdenden Webbrowser Firefox der Mozilla-Foundation immer noch deutlich.
(...) Chrome nutzt Elemente von Apples Webkit und von Mozillas Firefox; die JavaScript-Engine, die wichtig für die Geschwindigkeit des Browsers und für künftige Webanwendungen sei, habe man allerdings neu entwickelt: V8 sei von einem Team in Dänemark programmiert worden. Offenbar handelt es sich dabei um das Google-Forschungslabor in Aarhus, das in Zusammenarbeit mit der Universität Aarhus auf dem Felde der virtuellen Maschinen forscht und entwickelt.»
Macwelt«Außerdem haben die Entwickler den Browser speziell für Web-2.0-Inhalte erschaffen: Chrome soll eine Plattform für Web-Anwendungen schaffen, die es heute noch gar nicht gibt.»
Computerzeitung.de«Mit dem neuen Browser soll unter anderen eine Integration mit Google-Search geschaffen werden, bei der beispielsweise direkt aus der URL-Zeile heraus ein Suchvorgang gestartet werden kann.
Mit einem eigenen Browser zielt Google vor allem gegen Microsofts Internet Explorer (IE) der weiterhin mit großem Abstand der unangefochtene Marktführer ist. US-Medienberichten zufolge hat Google mit dem Projekt begonnen, nach dem der IE 7 eine Bevorzugung von Microsofts Search-Engine gegenüber Google erlaubt.»
Golem.de«Das sogenannte Chrome, also das Nutzerinterface des Browsers, lässt sich beim Google-Browser im Übrigen komplett abschalten, so dass Webapplikationen in ihrem eigenen Fenster, mit ihrem eigenen Nutzerinterface starten können - auch komplett ohne URL-Zeile.» (nz)