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Laptop und Handy ohne Kabel aufladen: 

60 Watt bei 75 Prozent sind möglich

26. Aug 2008 10:52
Für jedes Gerät ein Kabel: Schluss mit dem Gewirr!
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Schon länger arbeiten die Forscher vom Massachusetts Institute of Technology an Möglichkeiten zur drahtlosen Energieübertragung. Nun hat Chip-Hersteller Intel erstmals gezeigt, dass es sich nicht bloß um Theorie handelt.

Die Vorstellung, den Laptop oder das Handy aufzuladen, ohne sich erst eine Steckdose suchen zu müssen, war bislang zu schön um wahr zu sein. Jetzt scheint dieser Traum einer drahtlosen Stromübertragung doch allmählich Realität zu werden. Der Chip-Konzern Intel zeigte, dass es möglich ist, eine 60-Watt-Glühbirne aus etwa einem Meter Entfernung mit Strom zu versorgen und zum Leuchten zu bringen.

Grundlage ist eine Technik, die das Massachusetts Institute of Technology (MIT) im vergangenen Jahr erstmals präsentiert hatte. Das Besondere an der Vorführung von Intel war die relativ hohe Energieeffizienz bei der Übertragung. Es ging gerade einmal ein Viertel der ursprünglichen Energie verloren. «Das war für mich der verblüffendste Teil - die Übertragung von 60 Watt bei einer Effizienz von 75 Prozent über einen Meter», sagte Intel-Technikchef Justin Rattner. «Der Akku in ihrem Laptop hat nicht diese Effizienz – das ist eines von den Dingen, die schon fast zu schön sind, um wahr zu sein.»

Noch aber ist eine kommerzielle Nutzung nicht unmittelbar in Sicht. Die zur drahtlosen Stromübertragung eingesetzten Spulen zum Beispiel waren noch viel zu groß. Trotzdem arbeite Intel schon daran, Strom auf einen Laptop zu übertragen, sagte Rattner. Eines der Probleme, die gelöst werden müssten, sei es noch, zu verhindern, dass das elektromagnetische Feld der Stromübertragung nicht die anderen Teile des Computers beeinflusst.

Einsatzmöglichkeiten

MIT-Professor Marin Soljacic erklärte, die Forscher hätten seit ihrem Durchbruch im vergangenen Jahr schon eine Reihe von Vorschlägen erarbeitet, wie ihre Technik eingesetzt werden könne. Das reiche bis zur Stromversorgung von Herzschrittmachern und künstlichen Herzen.

Eine große Herausforderung bleibt aber die Energieeffizienz der Stromübertragung. Die MIT-Forscher kamen bei ihren ersten Tests mit einer Glühbirne über eine Distanz von zwei Metern nur auf unter 50 Prozent. Das bedeutet, dass die meiste Energie auf dem Übertragungsweg verloren ging. Soljacic erklärte, seine Forschergruppe habe es aber inzwischen auf bis zu 90 Prozent bei einer Entfernung von einem Meter gebracht, was sogar noch besser ist als im Intel-Test.

Er freue sich, dass der weltgrößte Chip-Hersteller auch an dieser Technik arbeite und sie weiterentwickle, sagte Soljacic. Das sei die Bestätigung, dass die Menschen diese Technik haben wollten. Jetzt gehe es nur um die Frage, ob es machbar sei oder nicht. «Es scheint jeden Tag wahrscheinlicher zu werden.» (Jordan Robertson/AP)

 
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