20.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Fachbesucher auf der Games Convention 2008
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
... aber erstmal nur für Fachbesucher: Die Computerspielemesse Games Convention zeigt von Mittwoch an zigtausenden Besuchern hunderte neue Spiele. Vielleicht zum letzten Mal.
Europas größte Messe für Computer- und Videospiele, die Games Convention (GC) in Leipzig, ist am Mittwoch mit Rekordzahlen in ihre siebte und eventuell letzte Auflage gestartet.
Bis Sonntag präsentieren 547 (2007: 503) Aussteller ihre Neuheiten rund um das digitale Spielen, wie die Leipziger Messe am Mittwoch zum Auftakt des Fachbesuchertages mitteilte. 40 Prozent kommen aus dem Ausland.
Mit Nintendo fehlt jedoch einer der führenden Hersteller von Spielkonsolen und Games. Das Unternehmen setzt mit seiner Konsole Wii und entsprechenden Spielen auf Spieler aus der Mitte der Gesellschaft und vermutet, dass die Leipziger Messer eher Hardcore-Spieler anziehe. Die Hersteller der anderen weit verbreiteten Spielkonsolen, Sony (Playstation) und Microsoft (Xbox) werden aber mit zahlreichen Messeständen vertreten sein.
300 PremierenDie Veranstalter erwarten rund 300 Premieren unter anderem von Spielen wie «Sims 3», «Spore», «Diablo III», «Fifa 09» und «Tomb Raider: Underworld». Die GC ist von Donnerstag an fürs Publikum geöffnet. Es werden mehr als 200.000 Besucher erwartet.
Am Abend steht mit «Video Games Live» ein Eröffnungskonzert in der Leipzig Arena auf dem Programm. Orchester und Chor werden Musik aus der Welt der Videospiele live vortragen. Ein neues Hallenkonzept mit zusätzlichen Verbindungsröhren zwischen den Messehallen soll die Wege für Besucher kürzer machen.
Zukunft ungewissOb die GC, die erstmals im Jahr 2002 stattfand, auch im kommenden Jahr stattfindet, ist noch unklar. Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU), bislang Kooperationspartner bei der Spielemesse, will vom kommenden Jahr an die neue Messe Gamescom in Köln aufbauen.
Der Branchenverband sieht in Köln größeres Wachstumspotenzial. Der Boom in der Unterhaltungssoftware-Industrie hält an. Im ersten Halbjahr sei der Umsatz mit digitalen Spielen um 16 Prozent auf 645 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gewachsen, sagte BIU-Geschäftsführer Olaf Wolters. Bei Konsolenspielen sei der Umsatz um 53 Prozent auf 289 Millionen Euro gestiegen. Dagegen ging der Umsatz bei PC-Spielen um 21 Prozent auf 185 Millionen Euro zurück.
Der Verband betonte, dass mittlerweile rund ein Drittel der Kunden weiblich sei. Bei mobilen Konsolen seien Spielerinnen sogar erstmals mit 54 Prozent in der Mehrheit. «Die Begeisterung für Unterhaltungssoftware kennt kein Geschlecht oder Alter», sagte Wolters. «Genau hier liegen die Chancen für die nächsten Jahre.» Zur Zukunft der GC wollte sich Messe-Chef Wolfgang Marzin am Mittwoch nicht äußern. Er verwies auf die Abschluss-Pressekonferenz an diesem Sonntag. (nz/dpa)