Vor der Computerspielmesse Games Convention: 

netzeitung.deViele alte Bekannte mit neuen Gesichtern

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Nur Spielen: Besucher der Games Convention (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Nur Spielen: Besucher der Games Convention
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Am Donnerstag beginnt in Leipzig die Games Convention. Diesmal sollen vor allem Frauen und Gelegenheitsspieler als Zielgruppe im Blickfeld stehen. Deutlich werden soll auch, dass die Konsole dem PC den Rang abgelaufen hat.

Es hatte schon fast Symbolcharakter, als vor wenigen Tagen die 23-jährige Britin Alison Carroll als neues Lara-Croft-Model vorgestellt wurde: Ein junges Gesicht für eine bekannte Spielfigur präsentierte Eidos und fast sieht es so aus, als ob sich damit ein Trend für die Games Convention ablesen lässt, die am Donnerstag in Leipzig beginnt.

Denn dort wird der Besucher auf zahlreiche alte Bekannte treffen, die ihm mit neuem Gesicht oder in neuen Gewändern entgegentreten. Auch wenn keine neuen Spielkonzepte oder innovative Eingabegeräte vorgestellt werden, dürfte sich die Reise nach Sachsen für Gamer auch in diesem Jahr lohnen. 250 Welt-, Europa- und Deutschlandpremieren wurden von der Leipziger Messegesellschaft versprochen.

Aber nicht nur «Lara Croft: Underworld», das in Leipzig zu sehen sein wird, ist eigentlich nur die Weiterführung eines erfolgreichen Spiels. Schon an manchen Titeln lässt sich das deutlich ablesen: «Street Fighter IV» ist die Neuauflage des durchaus beliebten Prügelspiels, auch mit «Diablo III» kommt eine neue Folge eines bekannten Titels, der allerdings von den Fans sehnsüchtig erwartet wird.

Konsole schlägt PC
Ebenfalls als Neuheit angekündigt sind Dauerbrenner wie die Fußballsimulation «Fifa 09» oder «Fußballmanager 09». Die Hersteller von Spielen setzen immer stärker auf die Konsolen. Waren noch vor wenigen Jahren die erfolgreichsten Titel ausschließlich für den PC zu bekommen, so werden jetzt die neuesten Spiele wie selbstverständlich für alle verfügbaren Plattformen angeboten.

Auch hier mag «Lara Croft» als Beispiel dienen: Die neuen Abenteuer der Archäologin gibt es ab Herbst für Xbox 360, Playstation 2 und 3, Wii, Nintendo DS und Windows-PC. Für die Xbox 360 und die PS3 wurde das Game erstmals von Grund auf für die Konsolen der jüngsten Generation entwickelt.

Die Leipziger Messemacher wollen wie schon in den vergangenen Jahren die in Gamerkreisen noch immer unterrepräsentierte Zielgruppe der Frauen ansprechen. Das zeigt unter anderem der Publisher dtp young entertainment: «J4G» überschreibt er sein Mädchenlabel, «Just for Girls». Dass sich die Reihe unmittelbar an Mädchen richtet, machen schon die Spieltitel und -inhalte deutlich: «Mein Westernpferd», «Meine Tierarztpraxis» oder die «My Boyfriend»-Reihe sollen dafür sorgen, dass Mädchen sich in die Phalanx der noch immer zumeist männlichen Spieler einreihen.

Immer mehr Online-Spiele
Auch die Gelegenheitsspieler sind für die Spieleanbieter nach wie vor von großem Interesse. Diese wurden in den vergangenen Jahren vor allem über Konsolen und Handhelds in den Kreis der Spieler aufgenommen. Da dem Bereich der Online-Spiele großes Wachstumspotenzial vorausgesagt wird, ist es nur konsequent, dass Konsolen onlinefähig sind und auch die Spiele immer mehr mit Online-Features ausgerüstet sind.

Wegen weiter sinkender Kosten für den Mobilfunk rechnen Experten damit, dass Spiele für diesen Bereich ein deutliches Wachstum verzeichnen werden. Doch auch die immer schnelleren Verbindungen ins Internet sollen ihren Teil dazu beitragen, noch mehr Menschen für Onlinespiele zu begeistern. Der Markt wächst nach Angaben des Fachverbands Bitkom in diesem Jahr bisher um 20 Prozent - allein im ersten Halbjahr wurden Umsätze von 1,05 Milliarden Euro erzielt.

Jobbörse Games Convention
Trotzdem haben einige Softwarehäuser Probleme. Ihnen fehlt gut ausgebildeter Nachwuchs. Die Macher der Games Convention haben auch darauf reagiert: GC Job & Career nennen sie einen eigenen Bereich auf der GC, in dem die verschiedenen Berufs- und Einstiegschancen in der Spielebranche dargestellt werden.

Nationale und internationale Hochschulen stellen sich dort vor und zeigen, welches Studienspektrum sie anbieten können. Am «Job & Career Day» am Messefreitag stehen bei vielen Ausstellern Personalverantwortliche bereit, um Praktika und Jobs anzubieten und über Karrierechancen zu informieren, damit es auch in Zukunft genug Fachkräfte gibt.

Stichwort Zukunft: Noch ist nicht klar, was aus der Games Convention wird. Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU), ideeller Träger der GC, hat sich von Leipzig verabschiedet und will ab dem kommenden Jahr in Köln mit der Gamescom punkten. Ob die Gamesom sich ebenso auf den Endkundenbereich orientiert wie die Leipziger Messe, bleibt abzuwarten. Im Gespräch ist auch eine Leipziger Gegenveranstaltung zu Köln. Pläne dafür sollen bereits in der Schublade liegen. (Jörg Aberger/AP)